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ÖFB-Frauen hoffen auf Play-off-Heimspiel in größerem Stadion

07. Sept. 2022 · Lesedauer 4 min

Österreichs Weg zu einem Ticket für die Frauen-Fußball-WM in Australien und Neuseeland ist trotz dem 10:0-Kantersieg gegen Nordmazedonien nicht leichter geworden. Als viertbester Quali-Gruppenzweiter muss die ÖFB-Auswahl zumindest zwei Hürden nehmen, um 2023 erstmals WM-Luft schnuppern zu dürfen. Schon am Freitag (13.30 Uhr) werden in Nyon die Lose gezogen. Im Lager des ÖFB hofft man vor allem auf ein Heimspiel, das dann in einem größeren Stadion ausgetragen werden soll.

Wäre es nach den Spielerinnen gegangen, hätte auch schon das mit 0:2 verlorene Duell mit England am Samstag nicht mehr in Wiener Neustadt stattfinden sollen. Durch das kleine Stadion war es so nur 2.600 Fans möglich, die Partie zu verfolgen. Der Ärger von Kapitän Carina Wenninger und Co. darüber war in den letzten Tagen deutlich zu hören. Nach der Torgala gegen die Nummer 134 der Welt war die Stadionthematik wieder eine große.

"Es ist an der Zeit für was Größeres, man sollte es riskieren. Wir haben nach der guten EURO die erste Chance verpasst, wie der Europameister da war, vielleicht können wir die zweite nutzen", sagte Offensivspielerin Laura Feiersinger. Das wäre auch nach dem Geschmack von Torfrau Manuela Zinsberger. "Für den Frauenfußball würde ich mir mehr wünschen. Wir haben 2017 bei der EM aufgezeigt, 2022 unseren Job erledigt und wieder ein Ausrufezeichen gesetzt. Jetzt liegt es nicht in unserer Hand, da müssen andere den Hebel ziehen", verlautete die Arsenal-Legionärin.

Wunsch-Stadion: NV Arena in St. Pölten

ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann nannte auf die Frage nach einer idealen Play-off-Heimstätte "ad hoc" die 8.000 Zuschauer fassende NV Arena in St. Pölten. "Wir waren in Wiener Neustadt in den letzten zwei Jahren immer willkommen und haben auch fast den besten Rasen in ganz Österreich zur Verfügung. Ich glaube aber, dass es mittlerweile schon möglich wäre in ein größeres Stadion zu gehen. Das wäre der nächste Schritt", so die Wienerin.

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Der ÖFB gab sich gesprächsbereit, kann Kritik an der Austragung der England-Partie in Wiener Neustadt auch nachvollziehen. Deshalb ist auch davon auszugehen, dass es im Fall der Fälle zu einer positiven Lösung kommen würde. "Es ist so, dass wir künftig über größere Stadien diskutieren müssen, beginnend mit dem Play-off. Die Argumente sind legitim, wir nehmen sie zur Kenntnis und werden sie für unsere weiteren Entscheidungen berücksichtigen", sagte ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold.

Schöttel sieht mögliche Gegner auf "unserer Ebene"

Zuerst muss aber einmal die Losfee mitspielen. Erster ÖFB-Gegner am 6. Oktober, an dem auch die Männer-Teams von Sturm Graz (gegen Lazio Rom) und der Wiener Austria (bei Villarreal) im Europacup-Einsatz sind, ist entweder Schottland, Bosnien-Herzegowina, Belgien, Portugal oder Wales. ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel sah die potenziellen Gegner "auf unserer Ebene". Fuhrmann hofft auf ein "bisschen Losglück" und bezeichnete Bosnien als "am Papier leichtesten" Gegner.

"Ich glaube auch, dass Wales nicht die Qualität hat wie Belgien, Schottland und Portugal. Wir können es uns aber nicht aussuchen, und werden jedenfalls alles tun um als Sieger vom Platz zu gehen", versprach die Wienerin. Ihre Spielerinnen äußersten keine Wünsche. Nur vor eigenem Publikum will man spielen. Das hat mehrere Gründe. Der ÖFB-Vorbereitungs-Lehrgang startet erst am 3. Oktober, zusätzliche Reisestrapazen wären da alles andere als optimal. "Wir haben da nicht wirklich eine Vorbereitungszeit, deshalb wäre es wichtig Heimspiele zu haben", so Zinsberger.

Zweite Runde gegen Schweiz, Irland oder Island

Im Erfolgsfall würde es in der 2. Play-off-Runde am 11. Oktober gegen die Schweiz, Irland oder Island gehen. Einer der drei Play-off-Sieger muss dann auch noch im Interkontinental-Play-off im Februar 2023 in Neuseeland ran. "Wir sind eine Fightermannschaft, nehmen das was kommt und das muss weggeräumt werden", gab Zinsberger die Marschroute vor. Fix ist, dass eine deutlich höhere Hürde als Nordmazedonien wartet. Nur aufgrund mangelnder Effizienz verpassten die ÖFB-Frauen einen neuen Rekordsieg, der seit 2003 bei 11:0 (zweimal gegen Armenien mit Fuhrmann als Spielerin) liegt.

"Das ärgert mich schon ein bisschen, aber in Summe sind wir mit einem 10:0 zufrieden", resümierte Nicole Billa. Die 47-fache ÖFB-Torschützin traf dreimal (7., 34./Elfmeter, 66.), daneben waren auch Sarah Zadrazil (28.), Carina Wenninger (43.), Barbara Dunst (47.), Marie-Therese Höbinger (50.), Laura Feiersinger (61., 78.) und Katharina Naschenweng (71./Freistoß) vor 1.750 Zuschauern erfolgreich. "Es war ein toller Abschluss einer grundsätzlich sehr souveränen WM-Qualifikation, wir können positiv wegfahren", so Fuhrmann.

Quelle: Agenturen / mpa