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Mbappé nach Aussagen von Verbands-Boss zu Zidane sauer

09. Jan. 2023 · Lesedauer 3 min

Aussagen von Frankreichs Verbands-Boss über den ehemaligen Weltmeister Zinédine Zidane haben in der Grande Nation für Aufsehen und Unruhe gesorgt.

Auch Superstar Kylian Mbappé reagierte wütend. "Zidane ist Frankreich. Man missachtet eine Legende nicht so", schrieb der Stürmer von Paris Saint-Germain bei Twitter. "Inakzeptabel!", befand die Sportzeitung "L'Équipe" am Montag auf der Titelseite in Großbuchstaben zu einem Foto von Noël Le Graët. Der entschuldigte sich daraufhin.

"Hätte nicht mal abgehoben"

 

Der 81-jährige Präsident der Fédération Française de Football hatte am Sonntag verbal gegen Zidane geschossen. Er war beim Sender RMC Sport zu einem möglichen Engagement des ehemaligen Welt- und Europameisters als Nationaltrainer von Rekordchampion Brasilien gefragt worden - einen Tag, nachdem Le Graët die erneute Verlängerung bis 2026 mit Frankreichs Nationalcoach und Ex-Zidane-Auswahlkollege Didier Deschamps bekannt gegeben hatte. "Er kann hingehen, wohin er will", hatte Le Graët lapidar unter anderem gesagt. Es sei ihm völlig egal. Und hätte Zidane versucht, mit ihm zu telefonieren, hätte er nicht einmal abgehoben, sagte der FFF-Chef.

Entschuldigung ließ nicht lange auf sich warten

Im Laufe des Montags entschuldigte sich Le Graet für seine Aussagen. "Ich möchte mich für diese Bemerkungen entschuldigen. Sie spiegeln keineswegs meine Gedanken wider und auch nicht mein Bild, das ich als Spieler und Coach von ihm habe", erklärte er in einem Statement, von dem "L'Equipe" berichtete. "Ich gebe zu, dass ich ungeschickte Aussagen getätigt habe, die zu einem Missverständnis geführt haben. Zidane weiß, dass ich - so wie alle Menschen in Frankreich - für ihn höchste Wertschätzung habe."

Zuvor hatte sich selbst die Sportministerin des Vizeweltmeister-Landes zu einer Stellungnahme veranlasst gefühlt. "Ein "Präsident" des ersten Sportverbandes Frankreichs darf so etwas nicht sagen", schrieb Amélie Oudéa-Castéra bei Twitter und sprach von einem "schändlichen Mangel an Respekt, der uns alle verletzt". Die Politikerin forderte eine Entschuldigung. "Für den französischen Fußball ist Le Graët zu einem Schäm-Thema geworden", kommentierte "L'Équipe".

Vorwurf wegen sexueller Belästigung

Dass zudem eine Untersuchung durch das Sportministerium gegen den Verband und Le Graët wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung läuft, schwächt dessen Position weiter. Laut einem Bericht der Zeitschrift "So Foot" soll er Textnachrichten mit sexuellen Anspielungen an Mitarbeiterinnen geschickt haben. Das war im September vergangenen Jahres bekannt geworden. Laut "L'Équipe" soll Le Graët dazu an diesem Dienstag erneut angehört werden.

Quelle: Agenturen