APA - Austria Presse Agentur

ManCity bleibt vorsichtig: "Erst Hälfte der Arbeit getan"

29. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Ligacup gewonnen, Meistertitel so gut wie in der Tasche und in der Champions League beste Karten für den Finaleinzug: Für Manchester City sind die letzten Wochen absolut nach Wunsch verlaufen. Beim Auswärts-2:1 gegen Paris St. Germain im Halbfinal-Hinspiel der "Königsklasse" am Mittwochabend war der Premier-League-Tabellenführer allerdings nicht klar besser, sondern vor allem das glücklichere Team. Die Franzosen haben den Aufstieg auch deshalb noch nicht abgeschrieben.

Das Rückspiel steigt kommenden Dienstag, da könnte City eventuell schon als englischer Meister antreten. Dafür muss am Samstag ein Sieg bei Crystal Palace her und Verfolger Manchester United im Sonntag-Schlager gegen Liverpool verlieren. Trotz des großen Punktepolsters legt City-Coach Josep Guardiola den klaren Fokus auf das anstehende Ligaspiel. "Wir haben jetzt erst einmal ein ganz wichtiges Spiel in der Premier League, da wollen wir Meister werden", betonte der Spanier.

Dieses Kunststück ist ihm bereits 2018 und 2019 gelungen, in der Champions League wartet er hingegen in seiner seit Sommer 2016 laufenden Amtszeit noch auf einen Triumph. Schon das Finale wäre eine Premiere, City steht überhaupt erst zum zweiten Mal (nach 2016) in der Vorschlussrunde. Auch deshalb gab man sich sehr vorsichtig. "Es ist erst die Hälfte der Arbeit getan und es ist ganz einfach: Wenn wir im Rückspiel schüchtern auftreten und nicht zeigen wer wir sind, dann hat PSG die Qualität, um mit 2:0 zu gewinnen", warnte Guardiola.

In der ersten Hälfte im Hinspiel konnte man die große Qualität des französischen Serienmeisters sehen, ins Tor traf aber nur Kapitän Marquinhos per Kopf (15.). Nach Wiederbeginn konnten die Hausherren ihr Level nicht halten, verloren allmählich die Spielkontrolle. Als Verlierer hätten sie trotzdem nicht vom Platz gehen müssen. Beim 1:1 (64.) überraschte ein Flankenversuch von Kevin de Bruyne Goalie Keylor Navas und landete im langen Eck, beim 1:2 (71.) öffnete sich die Mauer bei einem 25-Meter-Freistoß von Riyad Mahrez.

"Wir haben zwei richtig dumme Tore kassiert, das sind Kleinigkeiten, die so ein Duell entscheiden können", ärgerte sich Marquinhos. Bitter ist auch, dass noch Idrissa Gueye (77.) nach einer rüden Attacke gegen Ilkay Gündogan ausgeschlossen wurde.

"Es waren zwei verschiedene Halbzeiten. In der ersten Hälfte haben wir es gut gemacht, Chancen herausgespielt und verdient geführt. Zweite Hälfte waren sie aber besser als wir, auch wenn die zwei Tore so eigentlich nie passieren dürfen", resümierte PSG-Trainer Mauricio Pochettino. Entscheidend sei da gewesen, dass man nicht mehr die gleiche Energie im Spiel mit dem Ball gehabt habe.

Bei City war hingegen eine klare Leistungssteigerung erkennbar. "In der ersten Hälfte haben wir nur darauf geschaut, nicht den Ball zu verlieren. Die zweite Hälfte war in allen Belangen besser, exzellent", fasste Guardiola zusammen. Die zwei Auswärtstore bezeichnete der 50-Jährige als "so wichtig". Sie sorgten dafür, dass sein Team auch im 18. Auswärts-Pflichtspiel in Folge siegte und auch in der "Königsklasse" bei sechs Siegen am Stück hält.

Diese Serie würde die Guardiola-Truppe am liebsten auf englischem Boden prolongieren. Da hat PSG etwas dagegen. "Wir haben alles, was man braucht, um diese Situation wieder zu drehen. Wir dürfen jetzt nicht zweifeln", sagte Marquinhos. Auch Pochettino zeigte sich "zuversichtlich, dass wir das noch drehen können." Der 49-jährige Argentinier weiß auch wie: "Wir müssen diese Intensität einfach über 90 Minuten auf den Platz bringen." Mehr gefordert wird auch von Kylian Mbappe, der im Hinspiel kein einziges Mal aufs gegnerische Tor schoss.

Optimistisch stimmt die in der Ligue 1 nach 34 Runden "nur" auf Rang zwei liegenden Franzosen der Blick zurück. Sowohl im Achtelfinale (4:1 bei Barcelona) als auch im Viertelfinale (3:2 bei Bayern München) konnten sie auswärts wichtige Siege feiern. "Wir haben die Schlacht verloren, aber der Krieg geht weiter", meinte Offensivstar Neymar martialisch.

Quelle: Agenturen