APA - Austria Presse Agentur

Lothar Matthäus verteidigt Kimmich in Impf-Debatte

23. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Matthäus versteht nicht warum in der Impf-Debatte vor allem und fast ausschließlich Kimmich an den Pranger gestellt werde. Dass oftmals an großen Namen ein Exempel statuiert werde, erinnere ihn an seine eigene aktive Zeit.

Bayern-Star Joshua Kimmich steht in der Debatte bezüglich ungeimpfter Profis beinahe täglich in den Schlagzeilen. Das ist unfair, wie die deutsche Fußball-Legende Lothar Matthäus empfindet.

"Ich bin der Meinung, Impfen ist wichtig. Aber ich sehe auch einen Punkt in dieser Debatte, der mich solidarisch mit Joshua sein lässt. Wieso wird vor allem und fast ausschließlich er an den Pranger gestellt?", schreibt der 60-Jährige in seiner Kolumne bei "Sky" und meint weiter:  "Wie viele andere Bundesligaspieler sind nicht geimpft und müssen ihren Namen nicht täglich in der Zeitung lesen? Wie viele Journalisten, die jetzt über Kimmich richten, haben sich nicht impfen lassen?"

Es sei ein Problem in der Gesellschaft Deutschlands, dass oftmals der größte Name herausgepickt werde, um an ihm ein Exempel zu statuieren. Auch er habe früher tagelang den Kopf hinhalten müssen, wenn seine Mannschaft verloren hat und alle anderen konnten sich dahinter verstecken.

Unmenschlicher Druck nicht der richtige Weg

"Kimmich hat Bedenken, Ängste und Sorgen, die ihn von einer Impfung abhalten. Und so wie ihm geht es offensichtlich vielen anderen in unserem Land. Ich glaube nicht, dass dieser unmenschliche Druck der richtige Weg ist, um einen Menschen davon zu überzeugen, etwas zu tun, vor dem er große Bedenken hat", so Matthäus.

Eine empfindliche Geldstrafe wie eine Gehaltsreduktion werde Kimmich garantiert nicht zum Umdenken bringen. Vielmehr müsse man mit ihm reden und ihn auf seine Seite ziehen.

Wenn man extremen Druck ausübe, erreiche man genau das Gegenteil: "Und so scheint es auch bei Kimmich und den anderen Menschen zu sein. Ich plädiere dafür, Kimmich in Ruhe zu lassen."

Hinweis: Dieser Artikel ist zuerst auf laola1.at erschienen

Quelle: Redaktion / Laola1.at