APA - Austria Presse Agentur

Kurz bei Formel-1-Besuch nicht besorgt wegen Massenauflauf

27. Juni 2021 · Lesedauer 4 min

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Sonntag dem Formel-1-Grand-Prix der Steiermark in Spielberg einen Besuch abgestattet. "Ich freue mich, endlich wieder so viele Menschen zu sehen", sagte der Regierungschef zu Medienvertretern. Der Red Bull Ring von Dietrich Mateschitz ist Gastgeber für die bisher meistbesuchte Veranstaltung in Österreich seit der zweiten Corona-Welle, fast 15.000 Zuschauer kamen. Nächste Woche werden an die 100.000 erwartet, was Kurz nicht nervös macht.

"Insbesondere nach eineinhalb Jahren Pandemie ist es schön jetzt, dass es endlich wieder Großveranstaltungen gibt, dass Gastronomie, Tourismus, Sport und Kultur endlich wieder aufblühen können", sagte Kurz, der erstmals ein Formel-1-Rennen vor Ort verfolgte. "Das Maximum, was ich erlebt habe, war einmal eine Go-Kart-Bahn." Bei ihm zu Hause sei die Rennserie früher aber durchaus "ordentlich geschaut worden", er wisse daher, "was sich ganz vorne abspielt", und drücke dem Red-Bull-Team von Ring-Besitzer Mateschitz die Daumen. Dem dankte er explizit für seine Investitionen in der Region.

"Ich glaube, es kommt trotzdem nichts an ein Live-Event heran. Sportveranstaltungen, Kulturveranstaltungen nur im Internet ohne Zuschauer ist nichts auf Dauer", meinte Kurz. Mateschitz und sein Team hätten eine tolle Arbeit geleistet, um nach 2020 erneut zwei Formel-1-Rennen binnen zwei Wochen auf die Beine zu stellen, erklärte der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP). Nach dem Fall der Zuschauerbeschränkungen mit Anfang Juli könnte nächste Woche eine sechsstellige Besucherzahl auf dem weitläufigen Gelände erreicht werden. "Die Steiermark zeigt sich hier von einer besonders schönen Seite", sagte Schützenhöfer. "Heute ist das ein Schritt in die Normalität."

Das Sicherheitskonzept, auf das man sich verlässt, "ist toll. Der Landeshauptmann und ich haben immer wieder auch Kontakt dazu gehabt. Die Behörden haben sich sehr genau damit auseinandergesetzt", erläuterte Kurz. "Es gibt eine gute Möglichkeit des Contact Tracing, falls wirklich etwas passiert, dazu die 3-G-Regel." Schützenhöfer ergänzte, dass für alle innerhalb der Formel-1-"Blase" - F1-Fahrer und -Teams, Mitarbeiter des Veranstalters, Medienschaffende etc. - ein 3-G-Nachweis nicht ausreicht. Diese Gruppe muss gemäß den Vorgaben der Formel-1-Organisation alle fünf Tage einen negativen PCR-Test vorlegen.

Kurz sieht das Comeback der Massen nicht problematisch - vielmehr notwendig. "Auch bei einer Großveranstaltung hat ja nicht einer mit 50.000 Menschen Kontakt. Ich glaube, wenn die Menschen, die teilnehmen, geimpft, getestet oder genesen sind, ist das eine gute Basis. Man kann natürlich immer darüber streiten, wann ist der Stichtag. Der kann eine Woche früher oder später sein. Aber wir müssen wieder zurück zur Normalität, da gehören Großveranstaltungen dazu", sagte er und erinnerte: "Da geht es auch um ganz viele Arbeitsplätze."

Unter den von der Bundesregierung bisher im Zuge der Corona-Bekämpfung gesetzten Maßnahmen seien schmerzhafte Beschränkungen der Grundfreiheiten gewesen. Man habe diese aber damals treffen müssen. "Es gab in der zweiten Welle keine Massentestungen, es gab nicht FFP2-Masken für jedermann und es gab schon gar keine Impfung", sagte Kurz. Nun müssten die Restriktionen nicht mehr aufrechterhalten werden. "Wir haben eine sehr, sehr niedrige Ansteckungssituation, und das ist gut so. Noch wichtiger ist: Wir haben in Österreich bald fünf Millionen Menschen, die geimpft sind." Bis Donnerstag wurden knapp 4,59 Millionen Menschen in Österreich erstgeimpft.

Zwangsläufig würden die Ansteckungszahlen spätestens im Herbst wieder steigen, meinte Kurz. "Dadurch dürfen wir uns nicht total aus der Ruhe bringen lassen. Wenn sich nicht alle impfen lassen, wird es immer Ansteckungen geben. Aber nachdem die älteren Menschen und die Risikogruppen geschützt sind, glaube ich, dass wir einen guten Sommer und auch einen guten Herbst vor uns haben." Wegen der Delta-Variante bestehe kein Grund zur Panik. "Bei mir ist Alarmstimmung ab dem Zeitpunkt, an dem es eine Variante gibt, wo die Impfung nicht wirkt. Die gute Nachricht: Auch bei der Delta-Variante wirkt die Impfung."

Quelle: Agenturen