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Konnichiwa Tokio mit Playbook, Apps und Nerven aus Stahl

16. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Die seit eineinhalb Jahren gängigen Hygieneregeln inklusive Maskentragen gelten auch für alle an den Olympischen Spielen in Tokio beteiligten Personen. Dem aber lange nicht genug. Um zu verhindern, dass die Sommerspiele zum Superspreader-Event werden oder im Athletendorf eine gefährliche neue Mutante entsteht, setzen die Organisatoren auf Rund-um-die-Uhr-Kontrolle und Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Japan selbst schloss zudem Fans aus und rief den Corona-Notstand aus.

"Ich bin neugierig, wie streng sie das nehmen. Es werden viele die Regeln brechen, einfach weil es so viele gibt. Keiner wird die Regeln brechen wollen, aber es wird passieren", stellte Segler Thomas Zajac schon mal in den Raum. Die Sanktionen reichen von Abmahnung, Abnahme der Akkreditierung bis Heimschicken in die Heimat. Dringend empfohlen wurde allen die Mitnahme von Powerbanks, weil die Akkus der Mobiltelefone wegen der Hitze schneller leer werden können und man für das Tracking ständig GPS eingeschaltet haben muss. Eine japanische Corona-Warnapp muss aktiviert werden, um die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten.

Vor der Abreise nach Japan müssen alle aus dem Olympiatross - akkreditierte Athleten, Betreuer, Medien - zwei PCR-Tests machen und diese in die sogenannte OCHA-App hochladen. Dort müssen alle relevanten Daten zur Person und dem Gesundheitszustand inklusive Körpertemperatur eingetragen werden. Nach der Einreise folgt der erste Corona-Test auf japanischem Boden. Während der Spiele wird es für Athletinnen und Athleten täglich einen geben, für andere Personengruppen je nach Funktion alle paar Tage.

Es dürfen während der ersten vierzehn Tage ausschließlich als erlaubt gekennzeichnete Orte aufgesucht werden, die im persönlichen Aktivitätsplan lange vorher angemeldet und eingetragen wurden. Geprüft und genehmigt werden diese von der japanischen Regierung. Das Aufsuchen von Shops oder Restaurants sowie die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel ist verboten, es muss auf offizielle Fahrzeuge zurückgegriffen werden. So ergibt sich zwischen ausgewählten und geprüften Hotels, Olympischem Dorf, Trainings- und Wettkampfstätten sowie Medienzentren eine durch ein internes Verkehrsnetz verbundene "Bubble".

Außer beim Essen, Trinken, Schlafen, Training oder im Wettkampf müssen die Athleten ständig FFP2-Maske tragen. Es gilt, einen Zweimeterabstand einzuhalten, physischen Kontakt und Menschenansammlungen zu meiden. Des weiteren gelten die üblichen Hygieneregeln wie Händewaschen, Desinfektionsmittel verwenden, keine Gegenstände wie Handtücher teilen.

Im Olympischen Dorf darf in öffentlichen Bereichen kein Alkohol getrunken werden. Die Sitzplätze im Speisesaal sind durch Plastikwände voneinander getrennt. Es soll auf das Ausdrucken von Papieren verzichtet werden. Falls notwendig, sollen diese nicht geteilt werden. Im Fitnessstudio soll eine Maske getragen werden, Geräte müssen nach Gebrauch desinfiziert werden. Beim Eintreffen an der Trainings- oder Wettkampfstätte wird Fieber gemessen. Beim Warm-up darf die Maske abgenommen und der Zweimeterabstand unterschritten werden.

In der Mixed Zone muss der Zweimeterabstand zwischen Athleten und Medienvertretern eingehalten werden. Interviews sollen laut Playbook nur 90 Sekunden dauern, Athleten können während des Sprechens die Maske abnehmen. Siegerzeremonien finden an der Wettkampfstätte statt, auch da herrscht Maskenpflicht. Es wird kein Unterschied gemacht, ob man geimpft, oder nicht geimpft ist. Wer einen positive Coronatest abgibt, muss sich in Isolation begeben. Bei Symptomen wird man in ein extra dafür vorgesehenes Krankenhaus gebracht.

Quelle: Agenturen