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Kanadier Houle holt 16. Tour-Etappe, Vingegaard souverän

19. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Der Kampf um das Podium bei der Tour de France hat sich zum Auftakt der Pyrenäen-Trilogie am Dienstag zugespitzt. Fast schon erwartungsgemäß schaltete Tadej Pogacar in den Angriffsmodus, wenn auch noch ohne Erfolg. Jonas Vingegaard zeigte auch auf der 16. Etappe über 178,5 Kilometer von Carcassonne nach Foix, auf der Ausreißer Hugo Houle für den ersten kanadischen Sieg seit 34 Jahren sorgte, keine Schwäche und bleibt weiter auf Siegkurs und in Gelb - 2:22 Minuten vor Pogacar.

Vingegaard wurde am vorletzten Anstieg von Pogacar einige Male attackiert, war aber jederzeit Herr der Lage. Beide erreichten knapp sechs Minuten später das Ziel. Zum Showdown kommt es nun bei den Bergankünften in Peyragudes und Hautacam am Mittwoch und Donnerstag.

Doch im Duell um Gelb verlieren die Stars der Szene zunehmend ihre wichtigsten Trümpfe. Nachdem Vingegaard am Sonntag die beiden Edelhelfer Primoz Roglic und Steven Kruijswijk verloren hat, droht Pogacar nun der Verlust seines dritten Helfers Marc Soler. Der Spanier musste sich während der Etappe übergeben, suchte mehrmals den Tour-Arzt auf und kämpfte sich kurz vor dem Besenwagen die Berge hinauf.

Die Entscheidung über den Tagessieg fiel am letzten Anstieg, als sich Houle absetzte. Bereits frühzeitig hatte sich eine 29-köpfige Ausreißergruppe gebildet, die beim Ritt über zwei Berge der ersten Kategorie im letzten Drittel der Etappe immer mehr auseinanderfiel.

Houle widmete den Sieg seinem bereits verstorbenen Bruder Pierrick. "Ich hatte einen Traum, eine Etappe für meinen toten Bruder zu gewinnen. Das ist für ihn, darauf habe ich Jahre gewartet. Es bedeutet mir viel", sagte Houle sichtlich bewegt. Für den 31-Jährigen war es auch der erste Sieg als Radprofi überhaupt und der erste Erfolg eines Kanadiers beim bedeutendsten Radrennen der Welt seit 34 Jahren, als Steve Bauer gewann. "Ich habe noch nie ein Rennen gewonnen, es ist der perfekte Ort für einen Sieg", sagte Houle.

Aber vor allem war es für ihn eine Herzensangelegenheit mit großem symbolischen Wert. Als Kinder hatten er und sein jüngerer Bruder jedes Jahr die Tour verfolgt, jeden Tag. "Wir haben den Sommer zusammen damit verbracht, uns die Tour de France anzuschauen", hatte Houle vor dem Tourstart erzählt. "Als wir jünger waren, lebten wir in einem kleinen Dorf und es gab nicht viel zu tun, aber wir waren glücklich, als die Tour kam."

Quelle: Agenturen