Kanada nach Comeback-Sieg im Eishockey-Finale gegen die USA
Kanada hatte bereits im Viertelfinale gegen Tschechien einen Rückstand wettgemacht und sich durch einen späten Ausgleich in die Verlängerung gerettet. Dort behielten die "Ahornblätter" mit 4:3 die Oberhand. In der Vorschlussrunde lief es ähnlich dramatisch. Die Kanadier verzeichneten ein klares Plus von 39:17 Torschüssen, bissen sich aber lange Zeit am starken finnischen Goalie Juuse Saros die Zähne aus.
Die Finnen verteidigten beherzt, fingen sich durch Niko Mikkola wegen hohen Stocks aber zweieinhalb Minuten vor Schluss eine Zwei-Minuten-Strafe ein. Die nützte MacKinnon 36 Sekunden vor dem Ende nach Pass von Topscorer Connor McDavid. Der Treffer hielt auch einer Challenge wegen möglichen Abseits von Kanadas Jungstar Macklin Celebrini stand. Der 19-Jährige, mit fünf Toren weiterhin bester Schütze des Turniers, durfte mit seinen Teamkollegen jubeln.
Dabei war der Favorit im ersten Drittel durch ein Tor von Mikko Rantanen nur drei Sekunden nach Beginn eines Powerplays in Rückstand geraten (17.). Finnlands Erik Haula legte in Unterzahl (24.) nach, Sam Reinhart brachte den Rekordolympiasieger aber wieder heran (35.). Im Schlussabschnitt gelang Shea Theodore mit einem Schlagschuss der Ausgleich (51.). Danach drängte Kanada immer stärker auf die vorzeitige Entscheidung.
Crosby fehlte wegen einer Verletzung, die er sich nach mehreren harten Checks gegen ihn im Duell mit den Tschechen zugezogen hatte. Ob der 38-Jährige im Endspiel mitwirken kann, ließ Kanadas Teamchef Jon Cooper nach dem Halbfinale offen. "Er hat auf jeden Fall eine bessere Chance als für dieses Spiel." Crosby hatte 2010 in Vancouver in der Verlängerung das bisher letzte Olympia-Finale zwischen Kanada und den USA entschieden. Auch 2014 in Sotschi, beim bis Mailand letzten Turnier mit Beteiligung der Stars aus der National Hockey League (NHL), holte die Allzeit-Größe mit den Kanadiern Gold.
McDavid vertrat Crosby gegen die Finnen als Kapitän. Der 29-Jährige, der auch die NHL-Scorerwertung anführt, hält nach zwei weiteren Assists nun bei 13 Scorerpunkten im Turnier. Das ist neuer Olympia-Rekord. Bisher hielten die beiden Finnen Teemu Selänne und Saku Koivu mit je elf Punkten 2006 gemeinsam mit McDavid die Bestmarke. Celebrini kann diesen Wert im Finale ebenfalls noch erreichen, er hält bei zehn Zählern.
USA völlig ungefährdet
Scorer in diesen Sphären haben die US-Cracks nicht in ihren Reihen, sie träumen nach einem souveränen Erfolg gegen die Slowakei aber von ihrem ersten Olympia-Gold seit dem "Miracle on Ice" 1980 gegen die Sowjetunion. Die USA drängten die im Turnierverlauf mitunter überraschend starken Slowaken von Beginn an in die Defensive. Dylan Larkin eröffnete den Torreigen in der 5. Minute. Dazu waren Tage Thompson im Powerplay (20.), Jack Hughes mit einem Doppelpack (33., 39.), Jack Eichel (33.) und Brady Tkachuk (51.) für die USA erfolgreich.
Nach zwei Dritteln führten die US-Amerikaner bereits 5:0, im Schlussabschnitt gelang Juraj Slafkovsky (45.) und Pavol Regenda (54.) noch etwas Ergebniskosmetik. Das Spiel um Bronze geht bereits am Samstag (20.40 Uhr) über die Bühne. Die Slowakei war 2022 in Peking nach dem Halbfinal-Aus gegen den späteren Olympiasieger Finnland Dritter geworden. In der Gruppenphase des laufenden Turniers hatten sich die Slowaken gegen die Finnen mit 4:1 durchgesetzt.
Zusammenfassung
- Kanada steht nach einem 3:2-Comeback-Sieg gegen Finnland im Finale des olympischen Eishockey-Turniers, wobei Nathan MacKinnon 36 Sekunden vor Schluss das entscheidende Tor erzielte.
- Im Endspiel treffen die Kanadier am Sonntag um 14:10 Uhr auf die USA, die die Slowakei mit 6:2 klar besiegten und nach ihrem ersten Olympia-Gold seit 1980 greifen.
- Connor McDavid stellte mit insgesamt 13 Scorerpunkten einen neuen Olympia-Rekord auf, während Kapitän Sidney Crosby verletzungsbedingt fehlte und sein Einsatz im Finale noch offen ist.
