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Kalajdzic-Verbleib in Stuttgart trotz Klassenerhalt fraglich

15. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Die emotionale Ehrenrunde könnte auch schon die Verabschiedung von den Fans des VfB Stuttgart gewesen sein.

Wie es mit ÖFB-Teamstürmer Sasa Kalajdzic nach dem am Samstag in letzter Minute geschafften Klassenerhalt in der deutschen Fußball-Bundesliga weitergeht, ist offen. Der Zwei-Meter-Mann war 2019 von der Admira nach Stuttgart gewechselt, sein Vertrag läuft aber nur noch ein Jahr. Selbst Bayern München soll den Wiener als möglichen Ersatz für Robert Lewandowski jagen.

"Den Anruf der Bayern gab es nicht" 

Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat wollte am Sonntag allerdings noch nichts von einer Anfrage der Münchner wissen. "Den Anruf der Bayern gab es nicht. Wenn er dann kommt, entscheide ich, ob ich abnehme oder nicht", sagte Mislintat beim Pay-TV-Sender Sky. "Fakt ist und bleibt: Sasa hat noch ein Jahr Vertrag und wir sprechen auch mit ihm über eine Verlängerung."

Kalajdzic bewies am Samstag nämlich einmal mehr, was er ist: die Lebensversicherung des VfB Stuttgart. 24 Sekunden nach einem verschossenen Elfmeter köpfelte der 24-Jährige den VfB gegen Köln in Führung, dank Wataru Endo wurde es am Ende ein umjubelter 2:1-Sieg. Kalajdzic hatte schon in der Vorwoche gegen die Bayern (2:2) getroffen. Für den Stürmer, der die erste Saisonhälfte wegen einer Schulterverletzung verpasst hatte, war es das fünfte Tor in den jüngsten neun Ligaeinsätzen.

Für den Klassenerhalt 

Von Trainer Pellegrino Matarazzo war Kalajdzic schon vor Wochen als der Mann auserkoren worden, der Stuttgart zum Klassenerhalt schießen sollte. Der Wunsch ging in Erfüllung. Nach Spielende brachen bei den VfB-Fans alle Dämme, auch der ÖFB-Internationale wurde auf diversen Schultern durchs Stadion getragen. Einen Zusammenhang mit einem möglichen Kalajdzic-Abschied wollte Mislintat nicht erkennen: "Ich denke, dass seine Emotionalität auch mit dem Verlauf dieses Spiels zusammenhängt. Ich sah auch sehr emotional aus und wechsle den Club nicht."

In diesem Sommer könnte der VfB mit seinem Goalgetter allerdings noch Geld verdienen. Mehr als 20 Millionen Euro könnten es sein. Kalajdzic hatte sich früh nach seinem Wechsel nach Stuttgart beim damaligen Zweitligisten einen Kreuzbandriss zugezogen, nach dem Aufstieg gelang ihm in der Vorsaison mit 16 Ligatoren aber der ganz große Durchbruch. Die Zeit für den nächsten Schritt scheint nun reif.

Mehrere Wechsel möglich 

Neben Kalajdzic werden auch andere VfB-Akteure wie Borna Sosa oder Orel Mangala bei Spitzenvereinen gehandelt. "Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann würden wir gerne keinen Spieler abgeben müssen und eine schwarze Null schreiben. Aber das ist für einen Verein wie den VfB im Moment nicht realistisch", erklärte Mislintat. Der Sportchef dürfte wie Trainer Matarazzo trotz der Zitterpartie um den Klassenerhalt bleiben. Mislintat: "Ich finde, es macht Sinn, dass man sich hinsetzt und Thematiken analysiert. Wir sind bereit, Fehler zu korrigieren."

Folgen hatte der Platzsturm nach dem Klassenerhalt auch für einige Fans. Laut Angaben der Stuttgarter Polizei seien im Rahmen der Partie zumindest sechs Menschen verletzt worden. Mindestens eine Person musste ins Krankenhaus. Mehrere Tausend Stuttgart-Anhänger waren nach dem Abpfiff auf den Platz gelaufen. Dabei soll ein 48-Jähriger einen anderen Mann zu Boden geschlagen haben, woraufhin dieser bewusstlos liegen blieb. Die Beamten nahmen den Tatverdächtigen fest, während Rettungskräfte den Verletzten zur weiteren Versorgung in ein Spital brachten, hieß es von der Polizei.

Quelle: Agenturen