APA - Austria Presse Agentur

Kalajdzic nach ÖFB-Niederlage: Es wäre "mehr drinnen gewesen"

03. Juni 2021 · Lesedauer 4 min

Während Teamchef Foda nach der Niederlage in England mit der Leistung zufrieden war, hadern Dragovic und Kalajdzic den vergebenen Chancen nach.

Trotz der 0:1-Niederlage im Testspiel gegen England hat Österreichs Fußball-Teamchef Franco Foda ein überwiegend positives Resümee des Ausflugs nach Middlesbrough gezogen. Man habe sich im Vergleich zum 0:4 im März gegen Dänemark stabilisiert und liege im Hinblick auf die EM voll im Plan, erklärte der Deutsche am Mittwoch. Er sei trotz Schwächen in der Anfangsphase mit dem Spiel insgesamt zufrieden, "obwohl mich das Ergebnis natürlich nicht zufrieden stimmt", sagte Foda.

Ein besseres Resultat wäre laut dem Nationaltrainer durchaus möglich gewesen. "Die Mannschaft hätte aufgrund der zweiten Hälfte ein Unentschieden verdient gehabt. Wir hatten am Ende zwei, drei Riesenmöglichkeiten." Nach dem Lattenschuss von Marcel Sabitzer ließen Michael Gregoritsch und Alessandro Schöpf im Finish Sitzer aus, weshalb das ÖFB-Team die zweite Partie en suite ohne Torerfolg abschloss.

Kalajdzic: "Es gibt Luft nach oben"

ÖFB-Verteidiger Dragovic haderte den "zwei hundertprozentige Chancen" nicht lange nach: "Besser wir vergeben sie jetzt als bei der EM", meinte der 90-fache Internationale. Man könne stolz auf die Leistung sein. "Darauf kann man aufbauen. Wenn wir die Fehler abstellen und vorne die Tore machen, kann einiges entstehen bei uns. Es bringt aber nichts nur zu reden. Wir müssen es auch machen."

Stürmer Sasa Kalajdzic hatte mehrere unsanfte Begegnungen mit Englands Defensivakteuren. "Ich habe das Gefühl, dass ein bisschen mehr drinnen gewesen wäre. Aber es war eine schöne Erfahrung, ein guter Test gegen einen guten Gegner", sagte der Stuttgart-Legionär. Das ÖFB-Team hätte Phasen mit guter Ballkontrolle gehabt. "Wir hatten aber auch Phasen, in denen wir geschwommen sind. Es gibt noch Luft nach oben." Sein Ballverlust vor dem 0:1 sei unnötig gewesen, übte sich Kalajdzic in Selbstkritik. "Aber jeder macht Fehler - deswegen Mund abwischen und weiter."

Für Foda hätte bei zwei Szenen von Kalajdzic ein Foul gepfiffen werden müssen- in der Anfangsphase, als er im Strafraum von Tyrone Mings weggecheckt wurde, und unmittelbar vor dem Tor, als er möglicherweise wegen eines Fouls den Ball verlor. Demnach hätte es für Österreich einen Elfmeter, aber kein Gegentor gegeben. "Doch der Schiedsrichter hat es leider nicht gepfiffen", sagte Foda.

Foda fordert Verbesserungen bei Chancenverwertung

Teamchef Foda strebt für die Generalprobe am Sonntag in Wien gegen die Slowakei und die anschließenden EM-Matches Verbesserungen bei der Chancenverwertung an. Steigerungspotenzial bestehe laut Foda auch beim Anlaufverhalten und beim schnellen Zug aufs Tor.

In punkto Defensive gab es gegen England für den Nationaltrainer hingegen wenig zu kritisieren. "Die Restverteidigung war gut, wir konnten viele Kontersituationen vermeiden. Wir haben uns auf jeden Fall verbessert und waren defensiv stabiler als gegen Dänemark."

"Werden gegen Nordmazedonien auf den Punkt topfit sein"

Doch auch das ÖFB-Team werde bei der bevorstehenden Endrunde gut in Schuss sein. "Jetzt bereiten wir uns auf die Slowakei vor, dann holen wir uns in Seefeld den Feinschliff und werden gegen Nordmazedonien auf den Punkt topfit sein", versprach Foda.

Bei der ersten Einheit in Wien am Donnerstag nach der Rückkehr von der Insel wird der zuletzt an einer Knochenprellung im Knie laborierende Karim Onisiwo laut Foda wieder voll mittrainieren. Bei Marko Arnautovic geht der Coach von einem Einstieg ins Mannschaftstraining am Freitag aus. "Dann wird man sehen, ob es für Sonntag reicht."

Bis zum ersten EM-Match am 13. Juni in Bukarest soll der China-Legionär unbedingt einsatzbereit gemacht werden. "Marko hat außergewöhnliche Qualitäten, deshalb werden wir ihn behutsam aufbauen, damit er für die EM topfit ist. Er kann in den entscheidenden Momenten den Unterschied ausmachen", erklärte Foda.

Quelle: Agenturen / apb