APA - Austria Presse Agentur

Is it coming home? Ekstatisches England bezwingt Erzrivale Deutschland

29. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Vier Male versuchte England sich nach dem WM-Triumph 1966 in der K.O.-Phase bei Turnieren an den Deutschen. Jedes Mal ging es schlecht für die Briten aus. Der heutige Sieg über Jogi Löws Elf beendete ein langandauerndes Trauma.

Teamcoach Gareth Southgate dürfte sich heute ganz besonders gefreut haben. Fünf seiner Teamkollegen trafen im EM-Halbfinale 1996 beim Elfmeterschießen, auf den Schultern des damals 26-Jährigen lasteten die Hoffnungen einer ganzen Nation. Southgate scheiterte, der Rest ist Geschichte: Andreas Möller schoss Deutschland danach ins Finale - nicht ohne mit herausgestreckter Brust vor den englischen Fans zu posieren.  Sechs Jahre zuvor hieß im WM-Halbfinale der Sieger nach dem Elfmeterschießen ebenfalls Deutschland. Bei beiden Turnieren triumphierten am Ende auch die Deutschen. Die englische Rivalität ist natürlich nicht nur dadurch geprägt, sondern auch durch die zwei Weltkriege. In der Boulevardpresse gehörten Nazi-Vergleiche noch vor zehn Jahren zum guten Ton, im Stadion Gesänge über Bomberflugzeuge. 

Der "Fußballschmerz" wurde seit dem Erreichen des Zenits 1966 in Jahren gezählt. Im populären Song "Three Lions" der Komiker Baddle and Skinner aus dem Jahr von Southgates Fehlschuss heißt es: 30 Jahre Schmerz hielten mich nie vom Träumen ab. Doch mit dem Leid der frühen Millenials und der Generation Z waren die Turniertraumata nicht vorbei. Die Generation Z musste 2010 im WM-Achtelfinale zusehen wie ein Distanzschuss Frank Lampards hinter der Linie und Tormann Manuel Neuer landete, jedoch nicht anerkannt wurde. 1:4 verloren die Three Lions und mussten die Heimreise aus Südafrika antreten. Mit einer herausragenden Generation an Spielern. 

Zu erwähnen ist noch die Generation der Baby Boomer, die 1970 erlebte, wie das englische Team 2:3 nach Verlängerung im WM-Viertelfinale unterlag. 2021 wurde nach 55 schmerzvollen Jahren wieder sportliche Geschichte geschrieben. 

Radoslaw ZakQuelle: Redaktion / zak