Hirscher verzichtet auf Start im Olympia-Winter
Hirscher hatte zuletzt offiziell noch ein Comeback im Jänner angepeilt. Daraus wird jedoch nichts. "Es gibt heuer keine Weltcuprennen und auch keine Olympischen Spiele für mich", sagte der zweifache Olympiasieger nun. Hirscher, der für seine zweite Spitzensport-Karriere unter niederländischer Flagge zurückgekehrt war, berichtete von einer Zwangspause von 14 Tagen rund um Weihnachten wegen einer Wadenverletzung. "Das hilft auch nicht unbedingt, um das Tempo und das Vertrauen wiederzufinden. Wenn ich wieder Weltcuprennen fahre, dann will ich das gescheit machen."
Hirscher hatte sich Anfang Dezember 2024 - relativ zu Beginn seiner Comebacksaison nach über fünfeinhalbjähriger Pause - einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Wegen der Verletzung war für den 36-Jährigen keine Schneevorbereitung im Sommer möglich. Im Herbst verlor er wegen einer Virusinfektion noch einmal drei Wochen. Ein Training auf der Reiteralm "mit den Allerbesten" habe nun seinen Entschluss bestärkt. "Haters gonna love it (die Neider werden es lieben). Für all diejenigen, die mich gerne Skifahren gesehen hätten: Mir taugt es persönlich auch nicht, tut mir leid, dass es heuer nicht drin ist."
Der einstige Superstar, der seine Erfolge stets mit Material-Akribie begründet hatte, war bei seinem Comeback nicht über einen 23. Rang im Riesentorlauf von Sölden hinausgekommen. In den darauffolgenden Slaloms von Levi und Gurgl blieb er ohne Punkte. Dann folgte der "harte Cut" seines "Herzensprojektes". Er habe für künftige Erfolge der Van-Deer-Athleten ein bisschen etwas beitragen können - "und das war auch Teil meiner Mission", sagte der Ski-Marken-Gründer damals.
Im Lager der ÖSV-Techniker war man über Hirschers Entscheidung durchaus überrascht. "Aber man muss das respektieren, das ist seine Entscheidung", meinte etwa Marco Schwarz, schränkte aber ein: "Er hat keinen Stress, er wird in zwei Jahren auch noch die Wildcard haben. Daher kann er sich Zeit lassen. Marcel ist ein Perfektionist, er wird sich wieder zurückkämpfen". Wie Manuel Feller habe er mit Hirscher trainiert. Feller: "Dass er die ganze Saison absagt, mit dem habe ich nicht gerechnet. Ich finde es schade. Für den Sport war es immer cool, wenn er am Start war."
Zusammenfassung
- Marcel Hirscher, achtfacher Ski-Gesamtweltcupsieger und zweifacher Olympiasieger, verzichtet nach einem Kreuzbandriss und weiteren Verletzungen auf einen Start im Olympia-Winter und verschiebt sein Comeback auf unbestimmte Zeit.
- Der 36-Jährige hatte ursprünglich ein Comeback im Jänner 2025 geplant, konnte aber wegen einer 14-tägigen Zwangspause durch eine Wadenverletzung und drei Wochen Trainingsausfall durch eine Virusinfektion nicht die nötige Form erreichen.
- Hirscher erreichte bei seinem Comeback in Sölden nur Platz 23, blieb in den Slaloms von Levi und Gurgl ohne Punkte und betont, dass er erst wieder starten will, wenn er weltcupwürdig ist.
