Goggia-Sieg im 2. Super-G von Soldeu - Ortlieb Neunte
Im Super-G-Weltcup baute Goggia den Vorsprung zwei Rennen vor Schluss auf 84 Punkte auf die Neuseeländerin Alice Robinson (Tagessiebente) aus, Aicher liegt 116 zurück. Im Gesamtweltcup führt die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin 170 Zähler vor der Schweizerin Camille Rast, beide bei den Speedrennen nicht mit dabei, Aicher hat als Dritte 219 aufzuholen. Die Chance dazu bietet sich schon kommende Woche bei den drei Speedrennen in Val di Fassa (zwei Abfahrten, ein Super-G).
Schieden am Samstag sechs der zehn Österreicherinnen aus, so sahen am Sonntag alle zehn das Ziel - außer Ortlieb allesamt aber abgeschlagen. Cornelia Hütter wurde 17., Ariane Rädler 18., Nadine Fest 19. und Julia Scheib 29. Keine Punkte gab es für Mirjam Puchner (32.), Anna Schilcher (47.), die für die am Vortag am Knie verletzte Ricarda Haaser ins Team gekommen war, Lisa Grill (48.), Lena Wechner (50.) und Emily Schöpf (52.).
Mit einem positiven Gefühl und "abgefallenem Druck" konnte Ortlieb Andorra verlassen - am Freitag war sie Abfahrtszweite, am Samstag stürzte sie. "Ich bin zufrieden. Gestern war der Ausfall nach dem sechsten Tor und ich habe ein paar Schmerzen am Schuhrand vom Sturz auch davongetragen. Es war ein schwieriger Tag, auch mit der Verletzung von Ricarda, das lässt mich nicht kalt", sagte die Vorarlbergerin, die erst mit Startnummer 25 ins Rennen gegangen war. "Dass ich heute mutig geblieben bin und meinen Plan durchgezogen habe, macht mich stolz. Mit meiner Nummer ist der neunte Platz ein Erfolg."
Drei 19. Plätze in den drei Soldeu-Rennen fuhr Nadine Fest ein, für die 27-Jährige war dies die mit Abstand beste Weltcupstation in diesem Winter. "Es tut gut, zurück in den 20 zu sein. Ich habe mir in den letzten Wochen ein bissl Zeit für mich gegönnt, bin auch einmal kurz weggefahren und habe ein bisschen die Sonne genossen. Ich habe mich wieder darauf konzentriert, was mir wirklich Spaß macht. Ich habe die kindliche Leichtigkeit, den kindlichen Spaß am Skifahren wieder gefunden", sagte Fest. Etwas Einstelliges am Papier wäre das Ziel.
Ganz anders war die Gefühlswelt von Cornelia Hütter. "Mich hat fast der Schlag getroffen, als ich abgeschwungen habe. Es ist schwer zu sagen, wo die Zeit liegt, richtig viel Zeit", sagte die Olympia-Dritte Cornelia Hütter, die 2,28 Sek. Rückstand hatte. "Es heißt analysieren, aber nicht jetzt, da sind viel zu viele Emotionen im Spiel. Schnellschüsse bringen nichts." Sie sei im Ziel überrascht gewesen, dass es so schlecht sei, sagte auch Rädler. "Das tut sehr weh. Da sind ein paar Fragezeichen im Kopf."
Assinger: "Werden uns wieder aufrichten"
Die Serie, in der keine Österreicherin im Super-G auf dem Weltcuppodest stand, verlängerte sich damit auf zwölf. "Der Super-G war heuer zäh. Bei einigen fehlt die Überzeugung. Ich glaube, dass wir das durch ein gutes Training wieder zurückkriegen. Aber wir werden uns wieder aufrichten und in San Pellegrino wieder angreifen", sprach ÖSV-Frauen-Cheftrainer Roland Assinger die nächste Station in Val di Fassa an. "Für Nina war es ein sehr gutes Wochenende, damit kann man zufrieden sein. Sonst war es heute nicht zufriedenstellend, unsere Ziele sind weiter vorne. Ich glaube, dass der Sturz von Ricci heute vielen noch in den Knochen liegt", merkte er an.
Zusammenfassung
- Sofia Goggia gewinnt den zweiten Super-G von Soldeu, während Nina Ortlieb als beste Österreicherin mit Rang neun ihr bestes Saisonergebnis in dieser Disziplin erzielt.
- Im Super-G-Weltcup baut Goggia ihren Vorsprung auf 84 Punkte auf Alice Robinson aus, während im Gesamtweltcup Mikaela Shiffrin mit 170 Zählern vor Camille Rast führt.
- Die ÖSV-Damen bleiben auch nach dem zwölften Rennen in Folge ohne Podestplatz im Super-G, wobei alle zehn Starterinnen das Ziel erreichten, aber nur Ortlieb in die Top Ten fuhr.
