APA - Austria Presse Agentur

Gemütlicher vorgestellt: Schubert kämpfte sich ins Finale

03. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Das Kombinationsformat im Sportklettern bei den Olympischen Spielen in Tokio hat bereits in der Qualifikation gezeigt, was es drauf hat. Jakob Schubert erreichte als Vierter letztlich das Finale, noch spannender hätte er es aber nicht machen können. Der Tiroler kam nach den Teilbewerben Speed (12.) und Bouldern (7.) mit dem Sieg im Lead auf 84 Punkte. Bester war der Franzose Mickael Mawem mit 33. Das Finale findet am Donnerstag ab 10.30 Uhr MESZ statt.

Es war ein hartes Stück Arbeit für den dreifachen Weltmeister Schubert, u.a. Goldmedaillengewinner 2018 in der Kombination in Innsbruck. Dabei hatte es im Aomi Urban Sports Park sehr gut begonnen. In seiner schwächsten Disziplin, dem Speed, stellte er mit 6,70 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit auf. Bester im Geschwindigkeitsklettern war der Franzose Bassa Mawem (5,45 Sek.) vor dem Japaner Tomoa Narasaki (5,94) und seinem Bruder Mickael Mawem (5,95), der am Ende des Tages und allen drei Disziplinen vor Narasaki (56 Punkte) und dem US-Amerikaner Colin Duffy (60) lag.

"Eigentlich habe ich einen Traumstart in den Tag gehabt und mich so aufs Bouldern gefreut. Dann wurde es extrem schwierig und zäh für die Nerven", erzählte Schubert in der Mixed Zone. Es waren aber Boulder nach dem Geschmack des an diesem Tag überragenden Mickael Mawem, der an seinem 31. Geburtstag mit gleich drei vielumjubelten Tops und vier Zonen vor Narasaki und dem Tschechen Adam Ondra gewann.

Schubert brachte es auf ein Top und drei Zonen. Allerdings gelang dem sichtlich angespannt agierenden Medaillen-Mitfavoriten ("Ich würde lügen, würde ich sagen, ich war nicht nervös") das Top erst am letzten der vier Boulder, womit er sich im Rennen um den Aufstieg hielt. Es seien extrem unangenehme Boulder gewesen. "Bis auf Mickael haben sich alle angeschissen. Da war nichts zu halten, man war sehr viel auf den Füßen, es war wenig mit Gefühl."

Er sei megafroh, dass er beim letzten die Nerven behalten habe. "Und dass zumindest ein Boulder da war, der mir halbwegs getaugt hat. Das Top war enorm wichtig, um ein bisschen einen Druck vom Vorstieg wegzunehmen. Nach der Besichtigung war ich für den Vorstieg zuversichtlich."

In seiner Paradedisziplin Lead (Vorstieg), in der er bei der Olympia-Generalprobe in Innsbruck noch einen Weltcupsieg gefeiert hatte, bewies Schubert Nervenstärke. Es gelang ihm mit einem Lächeln im Gesicht den entscheidenden Akzent zu setzen. "Ich bin Vierter, das ist jetzt nicht die ganz schlechte Platzierung. Und im Finale fängt es wieder bei null an", sagte Schubert.

Der Verlauf sei ein bisschen zu erwarten gewesen, denn seine Topdisziplin sei ja als letzte dran. "Aber natürlich habe ich gehofft, dass ich wie bei der WM vor zwei Jahren, wo ich Zweiter nach dem Bouldern war, ganz gemütlich ins Lead reinstarten kann. So gemütlich habe ich es mir nicht gemacht. Ich war extrem fertig auf der Boulderrunde und hatte auch Schwierigkeiten mit der Hitze", gestand er.

"Er hat den Kampf seines Lebens geliefert", lobte ihn sein Coach Kilian Fischhuber. "Es war unglaublich schwierig. Viele Athleten haben Probleme mit den Bedingungen sowie den Erwartungshaltungen gehabt. (...) Im Vorstieg hat er gezeigt, dass er einer der besten der Welt ist, hat abgeliefert. Der Tag wird sicherlich ein paar Kratzer hinterlassen, das ist an die Substanz gegangen."

Quelle: Agenturen