French Open 2022: Das sind die Favoriten

20. Mai 2022 · Lesedauer 5 min

Am Sonntag startet mit den French Open in Paris das zweite Grand Slam Turnier des Jahres. PULS 24 wagt vorab den Favoriten-Check.

Von 22. Mai bis 5. Juni blickt die Tennis-Welt nach Paris: Die French Open gelten als größtes Sandplatzturnier der Welt und finden bereits zum 131. Mal statt. Satte 2,2 Millionen Euro Preisgeld winken dem Sieger des Turniers. Insgesamt werden 43,6 Millionen Euro an die 256 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Hauptbewerben der Männer bzw. der Damen ausgeschüttet.

Beeindruckende Zahlen, die das Turnier zu einem der größten jährlichen Highlights im Tennis-Kalender machen. Thomas Muster konnte 1995 als erster und bisher einziger Österreicher in Roland Garros triumphieren. Das wird sich heuer wohl kaum ändern. Dominic Thiem gilt nach seiner langen Verletzungspause als krasser Außenseiter. Für Sebastian Ofner ist bereits die Qualifikation für das Grand Slam Turnier als Erfolg zu werten. Die Favoriten kommen aus Griechenland, Deutschland und vor allem aus Serbien und Spanien.  

Rafael Nadal

APA/FFT/CHRISTOPHE GUIBBAUD

Vor Beginn der French Open 2021 hat man Rafael Nadal, dem erfolgreichsten Sandplatz-Tennisspieler in der Geschichte von Roland Garros eine Statue gewidmet.

Achtelfinal-Aus in Rom, Viertelfinal-Aus in Madrid. Die Vorbereitung auf sein Lieblingsturnier verlief für Sandplatzkönig Rafael Nadal schon einmal besser. Zudem steht ein Fragezeichen hinter der Fitness des 35-jährigen Mallorquiners.

Dennoch: Wer die French Open in seiner Karriere 13-mal gewonnen hat und bei 105 Siegen nur drei Spiele verloren hat, wird in Paris immer als Topfavorit an den Start gehen. Der "Stier von Mancaor" ist wieder einmal der Mann, den es zu schlagen gilt. Bei den Australian Open zu Saisonbeginn hat Nadal einmal mehr gezeigt, dass immer mit ihm zu rechnen ist. Als Titelverteidiger geht er jedoch nicht an den Start.

Novak Djokovic

APA/APA/POOL/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Novak Djokovic nimmt nach turbulenten Monaten die Titelverteidigung bei den French Open in Angriff.

Diese Rolle bleibt Novak Djokovic vorbehalten. Der Serbe befindet sich in der turbulentesten Saison seiner Karriere. Das steht bereits Mitte Mai fest. Nach der Impf-Debatte, die zu seinem Ausschluss bei den Australian Open führte, ließen auch die sportlichen Leistungen zu Wünschen übrig. Kurzfristig musste der "Djoker" seine Nummer eins-Position an Daniil Medwedew abgeben.

Mittlerweile ist Djokovic wieder am Tennis-Thron angekommen. In Madrid scheiterte er im Halbfinale noch an Carlos Alcaraz, in Rom meldete er sich mit dem Titel endgültig zurück. Man kann davon ausgehen, dass Djokovic alles daran setzen wird in der ewigen Rangliste der Grand Slam Sieger mit Nadal gleichzuziehen. Der Serbe hält aktuell bei 20 Triumphen, Nadal hat 21 auf dem Konto. Bereits im Viertelfinale könnte es zum Aufeinandertreffen der beiden Tennis-Legenden kommen.

Stefanos Tsitsipas

Die Auslosung meinte es gut mit Sandplatzspezialist Tsitsipas.

Der Grieche ist neben Nadal und Djokovic aktuell der konstanteste Sandplatzspieler. Das beweisen seine Ergebnisse bei den Masters-1000-Turniern: Sieg in Monte Carlo, Halbfinale in Madrid, Finale in Rom. Tsitspias spielt allgemein eine starke Saison und liegt im Jahresranking hinter Nadal auf Platz zwei.

Im Vorjahr kratze der 23-Jährige bereits an seinem ersten Grand Slam Titel und verlor im Paris-Finale hauchdünn in fünf Sätzen gegen Djokovic. Wenn einer der beiden Giganten schwächelt, ist Tsitsipas der erste Anwärter auf den Titel. Für den Griechen spricht zudem die Auslosung. Auf Nadal, Djokovic, Carlos Alcaraz oder Alexander Zverev könnte er erst im Finale treffen.

Alexander Zverev

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Der ganz große Wurf blieb Alexander Zverev bisher verwehrt. 

Die aktuelle Nummer drei der Welt darf sich Außenseiter-Hoffnungen auf den French Open-Triumph machen. Mit dem Halbfinale in Monte Carlo, dem Finale in Madrid und dem Halbfinale in Rom machte Zverev auf sich aufmerksam.

Der Deutsche wartet – wie Tsitsipas – noch auf seinen ersten Grand Slam Titel. In Paris wird Zverev als Nummer drei ins Turnier gehen. Sein bisher bestes Resultat ist das Halbfinale aus dem Vorjahr, das er zu verteidigen hat.

Carlos Alcaraz

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Carlos Alcaraz verzückte die Tennis-Welt in den vergangenen Monaten. 

Und dann wäre da noch der Geheimfavorit: Carlos Alcaraz hat die Tenniswelt in den letzten Monaten in Ekstase versetzt. Nach der starken Hartplatzsaison samt Turniersieg beim Masters-1000-Turnier in Miami setzte er seinen Erfolgslauf auf Sand mit dem Turniersieg in Barcelona (500er) fort. Vorläufiges Highlight war sein Triumph in Madrid, wo er Nadal, Djokovic und Zverev bezwang.

Lediglich drei Niederlagen hat der 19-Jährige heuer kassiert, demgegenüber stehen 28 Siege. Im ATP-Ranking hat sich der Spanier mittlerweile auf Platz sechs katapultiert. Wenn der Jungstar seine Nerven auf Grand Slam Ebene im Zaum halten kann, ist ihm in Roland Garros alles zuzutrauen. Die Auslosung meinte es allerdings nicht gut mit dem Spanier. Theoretisch könnte es zu folgenden Duellen kommen: Achtelfinale: Thiem, Viertelfinale: Zverev, Halbfinale: Djokovic/Nadal, Finale: Tsitsipas.

Die weiteren Anwärter

Neben den fünf Topfavoriten, schicken sich insgesamt 128 Spieler an das Beste aus dem Turnier herauszuholen. Mit Danill Medwedew darf die Nummer zwei der Welt natürlich nicht unerwähnt bleiben. Sand gilt jedoch als schwächster Belag des Russen, der nach zweimonatiger Pause in Genf sein einziges Saisonspiel auf Sand absolvierte. Dieses ging in zwei Sätzen gegen Richard Gasquet verloren. Zudem bleibt abzuwarten, wie sehr der Wimbledon-Ausschluss den Russen hemmt.

Gleiches gilt für seinen Landsmann, Andrej Rublev, die Nummer sieben der Welt. Geringe Außenseiterchancen hat zudem Rom-Halbfinalist Casper Ruud. Die Jungstars Jannik Sinner (20), Felix Auger-Alliassime (21) oder Denis Shapovalov (23), der in Rom Nadal bezwingen konnte, dürfen nicht komplett außer Acht gelassen werden.

Unter normalen Umständen würde man auch Dominic Thiem zum Favoritenkreis zählen. Der zweimalige Paris-Finalist kämpft nach seiner fast einjährigen Verletzungspause jedoch weiterhin mit seiner Form und kassierte in sechs Spielen seit seiner Rückkehr ebenso viele Niederlagen. Mit Sebastian Ofner steht noch ein zweiter Österreicher im Hauptfeld des Bewerbs.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion