APA/GEORG HOCHMUTH

England für Fuhrmann leichter Finalfavorit

29. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Wenn am Sonntag im Finale von Wembley Englands EM-Gastgeberinnen auf den achtfachen Titelträger Deutschland treffen, wird auch ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann genau hinschauen. Sie hat dem Duo mit ihrem Team im Turnierverlauf alles abverlangt, sieht England als leichten Favoriten - und auch als sentimentalen. "Es wäre schön, wenn sie ihr Sommermärchen hätten."

In jedem Fall werde es "ein Duell auf Augenhöhe mit sehr viel Intensität und Dynamik". Fuhrmann erinnerte im APA-Gespräch auch daran, dass Viktoria Schnaderbeck und Co. beim Viertelfinal-0:2 Deutschland stärker fordern konnten als England beim 0:1 zum Gruppenauftakt. "Da hat England den Druck gespürt", meinte die 41-Jährige. "Bei Deutschland waren wir näher dran, ihnen weh zu tun." Generell gelte: "Bei England schaut alles sehr einfach aus, und vorne haben sie extrem viel Power. Die Deutschen verfügen aber über sehr viel Kampfkraft und sind extrem gut im Gegenpressing."

Deutschlands Vorstoß bis ins Finale sei nicht zuletzt angesichts der durchwachsenen Leistungen im Frühjahr, als auch mehrere Spielerinnen fehlten, beeindruckend: "Mit der EM waren sie am Punkt." England wiederum habe auch im Viertelfinalspiel gegen Spanien die Widerstände überwunden, schließlich in der Verlängerung triumphiert. Ein kleiner Vorteil für die "Lionesses" könnte zudem der zusätzliche Regenerationstag im Vergleich zur DFB-Auswahl sein.

Schlüsselfiguren Mead und Popp

Die prägenden Figuren der EM seien mit Beth Mead ("Sie war schon übers letzte Jahr sehr auffällig") und Alexandra Popp ("Ein Märchen nach zwei verpassten EMs") in den Mannschaften der Finalisten zu finden. Sie führen mit je sechs Toren auch die Schützenliste gemeinsam an. Erwähnt wissen will Fuhrmann aber auch Deutschlands Mittelfeldfrau Lena Oberdorf. "Wie sie mit 20 Jahren auf der Sechserposition spielt, ist beeindruckend. Wenn nötig auch 'schmutzig'. Das fehlt uns ein bisschen."

Schon vor dem Finale fällt Fuhrmanns Blick aufs Turnier abseits des eigenen Teams höchst positiv aus. "Der Fußball ist wieder schneller und athletischer geworden. Das hängt mit der stärkeren Professionalisierung zusammen. Und da geht sicher noch mehr", zeigte sich die ehemalige Teamspielerin zuversichtlich.

Quelle: Agenturen / mpa