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Ethik-Komitee prüft ÖFB-Inseratenvorwürfe

08. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) kommt weiter nicht zur Ruhe. Ein Ethik-Komitee soll Vorwürfe gegen Präsident Gerhard Milletich prüfen.

Die Vorwürfe gegen Präsident Gerhard Milletich, seine Position als Verbandschef für den Gewinn von Anzeigenkunden für sein Verlagshaus genutzt zu haben, wird nun das Ethikkomitee der Fußball-Bundesliga prüfen. Dieses Ergebnis einer mehr als viereinhalbstündigen, außerordentlichen Präsidiumssitzung in Wien gab der ÖFB am Donnerstagnachmittag bekannt.

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"Ich bin sehr froh, dass sich eine unabhängige Kommission dieser Causa annehmen wird", wurde Milletich in einer Verbandsaussendung zitiert. "Ich habe immer alles transparent dargelegt und werde auch gegenüber dem Ethikkomitee der Bundesliga so auftreten." Vorsitzender des siebenköpfigen Komitees ist der pensionierte Richter Wolfgang Pöschl, der zuletzt unter anderem dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Ibiza-Affäre sowie dem ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss als Verfahrensrichter vorgestanden ist.

Eine Gegenstimme

Einziger Tagesordnungspunkt der Präsidiumssitzung in einem Hotel im Wiener Prater waren die Vorwürfe gegen Milletich, von denen im Oktober zuerst das Nachrichtenmagazin "News" und die Tageszeitung "Kurier" berichtet hatten. Auch andere Präsidiumsmitglieder dürften recherchiert haben. Oberösterreichs Verbandschef Gerhard Götschhofer - wie Tirols Josef Geisler und Salzburgs Herbert Hübel ein bekennender Milletich-Gegner - etwa hatte angekündigt, dem ÖFB-Gremium weitere Informationen vorzulegen.

Der Vorschlag, das Ethikkomitee der Bundesliga mit der Prüfung der Angelegenheit zu betrauen, wurde laut APA-Informationen am Donnerstag im Präsidium schließlich mit einer Gegenstimme angenommen. Der Verband schrieb in seiner kurzen Stellungnahme von einem Beschluss "mit überwiegender Mehrheit". Das Ergebnis der Untersuchung solle dann wiederum dem Präsidium übermittelt werden. Damit ist allerdings nicht vor Jänner zu rechnen.

Neue ÖFB-Geschäftsstelle

Bereits kommende Woche tritt das Präsidium, dem neben Milletich und den Chefs der neun Landesverbände auch vier Vertreter der Bundesliga angehören, ein weiteres Mal zusammen. Dann nicht mehr außerordentlich. Am 16. Dezember geht es auch um die Zukunft des größten Infrastrukturprojektes in der Geschichte des größten heimischen Sport-Fachverbandes. In Wien-Aspern sollen unter anderem ein Trainingszentrum und eine neue ÖFB-Geschäftsstelle entstehen.

Eine Entscheidung zu einem möglichen Bau scheint wohl noch in diesem Jahr getroffen werden zu müssen, zumal mit Jahresende Preisgarantien verfallen. Auch die bestehenden Förderzusagen von Bund und Stadt Wien, die sich ursprünglich mit je einem Drittel der Kosten beteiligen wollten, müssten wohl neu verhandelt werden. Milletich ist im Gegensatz zu Götschhofer, Geisler oder Hübel ein klarer Befürworter des noch vom früheren ÖFB-Präsidenten Leo Windtner initiierten Projektes. Vor Weihnachten werden die Vorwürfe gegen Milletich aber noch nicht entkräftet sein.

Mit der Einsetzung eines neutralen Gremiums zur Prüfung des Sachverhaltes kam der ÖFB aber zumindest einem Wunsch von Sportminister Werner Kogler (Grüne) nach. Der Vizekanzler hatte im November in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil" empfohlen, "eine objektive Kommission zur Klärung der Vorwürfe" einzusetzen. Der Mailverkehr solle offengelegt werden, so der Wunsch des Grünen-Chefs. Kogler: "Als Fördergeber erwarte ich mir, dass der ÖFB etwas schafft, damit die Mitglieder wieder Vertrauen fassen können."

Quelle: Agenturen