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Estland öffnet Einkaufszentren, Schulen, Museen

05. Mai 2020 · Lesedauer 3 min

Estland lockert seine Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus und öffnet zum 11. Mai unter strengen Auflagen wieder die Einkaufszentren und kulturellen Einrichtungen im Land. Auch Restaurants und Cafes dürfen wieder Gäste bewirten. Ab 15. Mai sind erste Schulaktivitäten erlaubt.

Estland lockert seine Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus und öffnet zum 11. Mai unter strengen Auflagen wieder die Einkaufszentren und kulturellen Einrichtungen im Land. Auch Restaurants und Cafes dürfen wieder Gäste bewirten. Ab 15. Mai sind erste Schulaktivitäten erlaubt.

Die Regierung in Tallinn billigte am Dienstag den Vorschlag von Wirtschaftsminister Taavi Aas. Neben Geschäften und Dienstleistern dürfen in den Zentren auch Lokale wieder aufsperren und Essen vor Ort verzehrt werden. Freizeiteinrichtungen für Kinder und Erwachsene wie Kinos, Bowlingbahnen oder Spielbereiche bleiben geschlossen.

Besucher der Einkaufszentren sind angehalten, im Geschäft eine Gesichtsmaske zu tragen oder Mund und Nase zu bedecken. Es gilt weiter die sogenannte 2+2-Regel, wonach nicht mehr als zwei Personen zusammen sein dürfen und sie einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Personen einhalten müssen.

Mit der Öffnung der seit Ende März geschlossenen Einkaufszentren soll die Wirtschaft des baltischen EU- und Euro-Landes gestützt werden. "Die Lockerung der Beschränkungen wird dazu beitragen, den Mitarbeitern von Einkaufszentren und den damit verbundenen Bereichen wie Großhandel, Dienstleistungen und Transport ein Einkommen zu sichern", erklärte Aas.

Der estnische Handelsverband begrüßte die Entscheidung. Die Wiedereröffnung sei eine Voraussetzung für das Überleben der in Einkaufszentren tätigen Geschäfte, sagte Verbandschefin Nele Peil. Nach Schätzungen werden in Estland 40 Prozent des Einzelhandelsumsatzes in Einkaufszentren erzielt. Etwa 20.000 Mitarbeiter sind von deren Schließung betroffen.

Ab 15. Mai sollen die ersten Kinder und andere Lernende unter strengen Auflagen wieder in die Schule gehen dürfen. Die Regelung gilt den Angaben zufolge für allgemeinbildende Schulen, Berufsschulen, Universitäten und weitere Bildungseinrichtungen. "Wissenschafter haben die schrittweise Wiederaufnahme des Kontaktunterrichts gebilligt", erklärte Bildungsminister Mailis Reps. Demnach kann der Unterricht in Schulräumen in kleineren Gruppen von bis zu zehn Personen und einem Lehrer stattfinden. Ausnahmen gelten für Prüfungen, die in größeren Räumlichkeiten abgehalten werden können.

Weitere Erleichterungen wurden für kulturelle Einrichtungen beschlossen. Ab 11. Mai sollen nun auch die Innenräumen von Museen und Ausstellungshallen für Besucher zugänglich sein. Erlaubt sind Gruppen von bis zu zehn Personen. Auch Gottesdienste sind ab dem 10. Mai wieder möglich. In allen Fällen gilt auch hier die aber die 2+2-Regel.

Estland mit seinen rund 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bisher 1.711 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 55 Todesfälle. Im Kampf gegen das Virus hatte die Regierung in Tallinn einen bereits einmal verlängerten landesweiten Notstand bis zum 17. Mai ausgerufen.

Quelle: Agenturen