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Erpressungsaffäre: Pogba-Bruder in Polizeigewahrsam

15. Sept. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Erpressungsaffäre rund um Juventus-Turin-Star Paul Pogba und dessen Bruder Mathias beschäftigt die Fußballwelt bereits seit einigen Monaten. Nun wurde Mathias Pogba sowie vier weitere Verdächtige von der französischen Polizei in Gewahrsam genommen. Paul Pogba hatte zuvor Klage wegen Erpressung eingereicht, nachdem sein Bruder in den Sozialen Medien "explosive Enthüllungen" ankündigte.

Ende August ließ Mathias Pogba aufhorchen: Der ältere Bruder von Paul Pogba, französischer Weltmeister und aktuell Spieler von Juventus Turin, kündigte in einem auf Social Media veröffentlichen Video "explosive Enthüllungen" an. Diese sollen nicht nur seinen Bruder betreffen, sondern auch dessen Beraterin Rafaela Pimenta, die damals zum Team des mittlerweile verstorbenen Mino Raiola gehörte, sowie Kylian Mbappe, ebenfalls französischer Nationalspieler. 

"Wenn alles gesagt ist, werden die Leute sehen, dass es auf dieser Welt keinen größeren Feigling, Verräter und Heuchler als dich gibt", so Mathias Pogba im August. Enthüllungen kamen seitdem keine ans Licht. Der 32-Jährige, ebenfalls Profi-Fußballer, Nationalspieler Guineas und aktuell vereinslos, wurde nun allerdings von der französischen Polizei in Gewahrsam genommen - gemeinsam mit vier weiteren Verdächtigen. Berichten zufolge soll es sich dabei um frühere gemeinsame Freunde der Pogba-Brüder handeln.

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Pogba erstattete Anzeige wegen Erpressung

Grund dafür ist der Verdacht der Erpressung. Paul Pogba reichte bereits Mitte Juli bei der italienischen Staatsanwaltschaft eine Klage wegen Erpressung ein. Pogba beklagte dabei mehrere Erpressungsversuche im Zeitraum von März bis Juli, in denen es, seinen Angaben zufolge, um mehrere Millionen Euro ging. Als Mathias Pogba Ende August mit seinen Anschuldigungen an die Öffentlichkeit ging, gab sein jüngerer Bruder tags darauf mittels seiner Anwälte eine Erklärung ab und zeigte sich nicht überrascht: "Dies steht in einer Reihe mit früheren Drohungen und Erpressungsversuchen", hieß es. 

Laut dem französischen Sender France Info sagte Paul Pogba bei der Polizei aus, dass bei den Erpressungsversuchen 13 Millionen Euro als Gegenleistung für nicht näher beschriebene "Gefälligkeiten" verlangt worden seien. Es habe mehrere Einschüchterungsversuche gegeben, einmal auch mit zwei maskierten und bewaffneten Männern.

Anfang September leitete die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein. Der Anwalt von Mathias Pogba, Yassine Bouzrou, sagte am Mittwoch, sein Mandant habe sich der Polizei gestellt, um eine Aussage zu tätigen. Den Vorwurf der Beteiligung an einer Erpressung seines Bruders weise er "nachdrücklich" zurück. Das letzte Wort in der Causa ist definitiv noch nicht gesprochen.

Quelle: Redaktion / mpa