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Rapid hat Platz vier im Visier und Platz drei im Hinterkopf

20. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Der WAC und Rapid kämpfen am Samstag zum Abschluss der Fußball-Bundesliga-Meistergruppe gegen eine unfreiwillige Saisonverlängerung. Auf den Verlierer dieser Partie warten ein Hin- und Rückspiel gegen den Play-off-Sieger aus der Qualifikationsgruppe um einen Europacup-Platz, bei einem Remis würde die Wolfsberger dieses Schicksal treffen. Beide Teams haben aber auch noch die Chance auf Endrang drei, der die Teilnahme an einer europäischen Gruppenphase garantiert.

Sollte die Austria daheim gegen Sturm Graz verlieren und das Match im Lavanttal unentschieden enden, wäre Rapid Dritter. Bei einem Punkteverlust der "Veilchen" würde der Sieger von Wolfsberg auf den begehrten Platz springen.

Über Schützenhilfe von Sturm wollte sich Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer aber vorerst keine Gedanken machen. "Wir sind schlecht beraten, uns auf Sturm zu verlassen, und außerdem: Was hilft es, wenn Sturm gewinnt und wir unsere Hausaufgaben nicht erledigen?", fragt der Steirer.

Platz vier sei das "Mindestziel", so Feldhofer. "Das haben wir in der eigenen Hand, und das wollen wir mindestens erreichen." Das Schlüsselspiel für Rapid steigt ausgerechnet bei Feldhofers Ex-Verein. "Aber ich sehe das total emotionslos", sagt der Ex-Teamverteidiger, der die Wolfsberger knapp eineinhalb Jahre lang bis März 2021 coachte.

Hofmann, Zimmermann und Hedl kehren zurück

Feldhofer kann wieder auf die zuletzt gesperrten Maximilian Hofmann, Bernhard Zimmermann und Niklas Hedl zurückgreifen. Filip Stojkovic ist fraglich, Ferdy Druijf fällt definitiv aus. Auch ohne den Niederländer soll der dritte Sieg im vierten Saisonduell mit dem WAC gelingen. "Wir müssen von der ersten Sekunde an bereit sein. Idealerweise gehen wir in Führung, dann wird es um vieles einfacher", sagt Feldhofer. Über den Spielstand am Wiener Verteilerkreis wird der Coach ständig informiert sein. "Aber unabhängig davon werden wir auf Sieg spielen", verspricht Feldhofer.

Sollte die Partie jedoch mit einer Niederlage enden, würde sich die Saison für Rapid um eine Woche verlängern, weshalb wohl auch der Trainingsauftakt für die neue Spielzeit nach hinten verlegt werden würde. Beim WAC hingegen ist die Lage ziemlich klar. "Wenn die Jungs Gas geben und gewinnen, haben sie vier Wochen Urlaub, wenn nicht, nur drei Wochen", erzählt Trainer Robin Dutt.

Dutt: "Partie mit klassischem Endspiel-Charakter"

Der Deutsche sprach von einer Partie mit "klassischem Endspiel-Charakter. Alles liegt auf dem Tisch. Wir brauchen eine gute Leistung wie in der letzten Woche", sagt Dutt mit Verweis auf das 4:1 bei Sturm.

Seine Mannschaft startete mit fünf Niederlagen in die Meistergruppe, holte aber aus den jüngsten vier Runden sieben Punkte. "Wir sind immer ruhig geblieben und haben an unsere Stärken geglaubt", berichtet Dutt. Über Rapid sagte der 57-Jährige: "Sie sind schwer zu greifen, haben nicht die besten Ergebnisse, aber ihre Leistungen waren unterm Strich nicht immer schlecht."

Die Heimbilanz des WAC gegen die Hütteldorfer steht bei acht Siegen, sieben Unentschieden und drei Niederlagen. Sollte ein weiterer Dreier dazukommen und Sturm mithelfen, wären die Kärntner zumindest bis Dezember international dabei. "Bei Sturm haben sowohl Spieler als auch Trainer Ehrgeiz, ich glaube schon, dass sie Vollgas geben werden. Was dann rauskommt, weiß man nie", erklärt Dutt.

Maximilian PatakQuelle: Redaktion / mpa