Braathen gewinnt Gold für Brasilien
Braathen hatte im ersten Durchgang eine Traummischung aus Abstimmung und Linienwahl getroffen und 0,95 Sek. Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Odermatt. Der Schweizer Kurssetzer Helmut Krug konnte einen Triumph Braathens auch nicht verhindern. Dieser bekam im Ziel auf einem Monitor den Jubel in der südamerikanischen Heimat eingespielt, die engste Familie war vor Ort mit dabei. Odermatt blieb damit ohne Goldmedaille bei diesen Spielen, hat aber insgesamt dreimal Edelmetall gewonnen.
"Ich habe so viele Emotionen, es ist absolut unmöglich, dass ich sagen kann, was ich jetzt im Herz gefühlt habe. Ich bin so stolz, so dankbar für alles, Familie, Freunde, Mannschaft, Brasilien, das hat mir so viel geholfen, dass wir gemeinsam Geschichte schreiben konnten", sagte Braathen voller Emotion mit zittriger Stimme. Odermatt erklärte, das sei für ihn "die glücklichste, schönste Medaille" dieser Spiele. Es seien nicht die einfachsten Tage gewesen. Er sei "sehr, sehr zufrieden". Ohne "den Lauf seines Lebens" von Braathen im ersten Durchgang wäre noch mehr möglich gewesen.
Machten im ersten Durchgang warme Temperaturen die Piste zunehmend unruhig, so ging der zweite bei Schneefall bzw. Regen in Szene. Brennsteiner erklärte, dass er nicht bei den Besten dabei gewesen sei. "Im zweiten hätte es von der Laufzeit gut gepasst, herunten habe ich Fehler gemacht. Aber ich wäre auch ohne Fehler nicht auf den Podiumsrängen", betonte der Salzburger. Es habe zu viel gefehlt, besonders auf Braathen.
Für Marco Schwarz ging es zumindest von Halbzeitrang 18 auf neun nach vorne. Da habe er ein wenig Schadensbegrenzung betrieben, sagte der Kärntner. "Ich bin nicht happy mit dem ersten Durchgang. Ich ärgere mich brutal über mich, wie ich da in den ersten Hang reinfahre." Vielleicht habe er sich im ersten Lauf auch beim Ski vergriffen. Patrick Feurstein fiel von 13 auf 16 zurück ("Das war leider nicht gut, ich bin teilweise zu unsauber gefahren"). Weltmeister Raphael Haaser wurde nur 19. "Ab der Hälfte war es eine ganz ansprechende Fahrt", sah Haaser einen Teilerfolg im zweiten Lauf.
Männer-Cheftrainer Pfeifer nicht zufrieden
Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer blickte nach dem dritten Rennen nach Abfahrt und Super-G ohne Edelmetall enttäuscht auf den Riesentorlauf. "Wir waren nicht dabei um die Medaillen", zog der Kärntner ein nüchternes Fazit. "Wir haben uns schwergetan." Seinen Läufern könne er aber nichts vorwerfen, betonte Pfeifer. "Man hat sich gut vorbereitet, vielleicht haben sie sich zu viel Druck gemacht. Sie waren in gewisser Hinsicht nicht auf dem Punkt." Am Montag gibt es im Slalom für die rot-weiß-roten Hoffnungsträger um Manuel Feller noch eine Chance auf Edelmetall.
Zusammenfassung
- Lucas Pinheiro Braathen hat in Bormio das erste Winter-Olympiagold für Brasilien gewonnen und setzte sich im Riesentorlauf mit 0,58 Sekunden Vorsprung auf Marco Odermatt (Schweiz) sowie 1,17 Sekunden auf Loic Meillard durch.
- Das österreichische Team blieb wie schon 2022 ohne Medaille: Stefan Brennsteiner wurde Achter (+2,23), Marco Schwarz Neunter (+2,28) und Weltmeister Raphael Haaser belegte Platz 19.
- Cheftrainer Marko Pfeifer zeigte sich enttäuscht über das Abschneiden und sieht zu viel Druck als möglichen Grund, während für das rot-weiß-rote Team um Manuel Feller am Montag im Slalom noch eine Medaillenchance bleibt.
