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Böving-Doppelpack sichert Sturm in Überzahl 2:2 bei Lazio

13. Okt. 2022 · Lesedauer 4 min

Eine starke zweite Hälfte in Überzahl und ein Doppelpack von "Joker" William Böving (56., 83.) haben Sturm Graz am Donnerstag ein 2:2 (0:1) im Europa-League-Duell bei Lazio Rom beschert. Das zweite Remis gegen die Römer nach dem 0:0 im Hinspiel vergangener Woche lässt den Grazern damit zwei Runden vor Ende der Gruppenphase weiter alle Aufstiegschancen in der völlig ausgeglichenen Gruppe F.

Ciro Immobile per Elfmeter (45.) hatte die Führung für die Römer erzielt, die aber noch vor der Pause Manuel Lazzari mit Gelb-Rot verloren (45.+2) und sich nach der Pause wachsendem Druck von Sturm ausgesetzt sahen. Böving belohnte die gute Leistung mit seinen ersten Europacuptoren für Sturm. Dazwischen hatte Pedro die Hausherren zu diesem Zeitpunkt überraschend in Führung gebracht (71.). Sturm hält nun ebenso wie Lazio, Feyenoord Rotterdam und der FC Midtjylland bei fünf Punkten. Die Grazer empfangen noch die Niederländer (27. Oktober) und gastieren zum Abschluss in Dänemark (3. November).

Die Anfangsphase sah eine hoffnungsfrohe Sturm-Elf, die von Christian Ilzer im Vergleich zum Hinspiel an drei Positionen umgestellt worden war. Sandro Ingolitsch ersetzte den gesperrten Jusuf Gazbegovic, im Mittelfeld kam Otar Kiteishvili für Tomi Horvat, im Sturm kehrte Emanuel Emegha nach seiner Schulterblessur anstelle von Böving zurück. Kiteishvili bereitete dann auch bald eine gute Möglichkeit vor. Der Georgier tankte sich in den Strafraum und bediente Albian Ajeti, der aber weit verzog (11.).

Es sollte vor der Pause aber die einzige gefährliche Aktion der Gäste bleiben. Lazio, bei dem diesmal der mit Juventus in Verbindung gebrachte Sergej Milinkovic-Savic nur auf der Bank saß, übernahm nach einer Viertelstunde wie erwartet das Kommando. In der 24. Minute wäre Immobile bereits Gregory Wüthrich und David Affengruber entwischt gewesen, legte sich den Ball aber zu weit vor, Goalie Jörg Siebenhandl konnte eingreifen. Rund sechs Minuten später griff Siebenhandl bei einem zu unpräzisen Versuch Immobiles ein, den Nachschuss von Toma Basic lenkte Affengruber über das Tor. Selbiges wackelte wieder fünf Minuten und einen Lattenknaller von Pedro später gehörig, das 1:0 lag spätestens da in der Luft.

Die Italiener benötigten aber ein Foul Affengrubers an Mattia Zaccagni im Strafraum, um tatsächlich in Führung zu gehen. Die Entscheidung fiel nach VAR-Studium, eine zarte, aber nicht zu übersehende Berührung gab den Ausschlag. Immobile ließ sich nicht zweimal bitten, verschaffte sich und seinen Kollegen damit aber anscheinend keine innere Beruhigung. Kurz vor der Pause sah Lazzari nach einer Tätlichkeit gegen Alexander Prass Gelb-Rot, es folgten Rudelbildung sowie Gelbe Karten für Immobile, Sturms Jon Gorenc-Stankovic und gar Rot für Ilzers Co-Trainer Uwe Hölzl.

Die Überzahl und nicht zuletzt Ilzers Wechsel prägten dann die zweite Hälfte. Böving, neu für den harmlosen Emegha gekommen, stellte sich wenige Sekunden nach Wiederbeginn mit einem Schuss bei Lazio-Goalie Ivan Provedel vor und sorgte schließlich auch für das 1:1. Nach gutem Antritt von Prass nützte der Däne die Unordnung in der Lazio-Defensive und schloss von der Strafraumgrenze gefühlvoll ab.

Sturm hatte jetzt meist Oberwasser, Immobile auch Glück, nach einem Stoßer gegen Wüthrich in der Offensive nicht Gelb-Rot zu sehen (52.). Gefahr ging fast exklusiv von den Grazern aus, der ebenfalls eingewechselte Horvat musste sich nur noch dem stark reagierenden Provedel geschlagen geben (62.). Die Angriffe rollten in dieser Phase fast im Stakkato auf das Tor der Römer, Ajeti schoss erst zu schwach (65.) und verpasste danach eine Vorlage von Stefan Hierländer nur hauchdünn (66.).

Und während auch Horvat daneben zielte (70.), nutzte Lazio eine seiner wenigen Chancen quasi aus dem Nichts: Pedro schoss nach schönem Anderson-Assist von links ins lange Eck, Siebenhandel, dem auch etwas die Sicht verstellt war, ließ den Ball durchrutschen. Sturm brauchte zwar etwas, um sich von diesem Schlag zu erholen, hatte aber nicht zuletzt Böving: Der Däne stellte mit einem eiskalten Schuss von der rechten Strafraumgrenze ins rechte Eck den Punkt sicher. Im offenen Schlagabtausch im Finish fiel dann kein Treffer mehr.

Quelle: Agenturen