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Babinsky Dritter bei Odermatt-Sieg im Kitzbühel-Super-G

Heute, 12:03 · Lesedauer 4 min

Der Schweizer Skistar Marco Odermatt hat seinen Vorjahreserfolg im Kitzbühel-Super-G wiederholt. Der Führende im Gesamtweltcup triumphierte am Freitag in 1:08,41 Minuten hauchdünn vor seinem Landsmann Franjo von Allmen (+0,03). Stefan Babinsky fuhr wie in Wengen auf das Podest, nach zuletzt Rang zwei gab es diesmal Platz drei (0,25). Der viertplatzierte Raphael Haaser (0,33) verpasste die Top drei aufgrund eines Fehlers, Vincent Kriechmayr (0,44) wurde Siebenter.

Für Odermatt war es Weltcupsieg Nummer 53, sein 17. im Super-G. "Es ist unglaublich schön, wieder in Kitzbühel zu gewinnen. Letztes Jahr ist ein Traum in Erfüllung gegangen, dieses Jahr bin ich sicherlich ein bisschen gefasster. Das braucht es auch, um nicht gleich viel Energie zu verlieren wie letztes Jahr", sagte der 28-Jährige. Er baute seine Führung in der Disziplinwertung auf Kriechmayr auf 158 Punkte aus. "Oben habe ich schon gemerkt, dass es gut war, im Zielschuss auch, mitten drinnen war ich aber nicht auf der Linie, die ich fahren wollte. Deshalb war ich ein bisschen überrascht, dass es grün war", resümierte Odermatt.

Von Allmen fixierte seine fünfte Saison-Podestplatzierung, nachdem er in Livigno und Wengen Dritter gewesen war. "In den ersten Momenten war ich sehr enttäuscht, aber mit Marco auf dem Podest zu stehen, gibt wieder gute Emotionen, die Gams nimmt man gerne nach Hause", meinte Von Allmen. Babinsky präsentierte sich genauso kurz vor den Olympischen Spielen in Italien in bester Form, er fuhr allerdings erst zum zweiten Mal in seiner Karriere unter die ersten drei. "Unbeschreiblich, ein extrem geiles Rennen, extrem schön", betonte der Steirer nach einer "ganz guten" Fahrt.

Im Finish ließ der ÖSV-Athlet eine möglicherweise noch bessere Platzierung liegen. "Kurz vor dem Ziel habe ich kurz die Ski verschnitten, das hat sicher ein bisschen Zeit gekostet, aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung", analysierte der 29-Jährige. Es war die siebente ÖSV-Podestplatzierung in dieser Saison. Prolongiert wurde auch eine starke ÖSV-Serie im Kitz-Super-G. In bisher 23 Rennen der zweitschnellsten Speed-Disziplin schaffte es nur 2019 kein ÖSV-Läufer auf die begehrtesten Plätze in der Gamsstadt.

Olympia noch nicht im Kopf

Durch seine jüngsten Ergebnisse darf Babinsky nun auch berechtigt mit einer Olympiamedaille spekulieren. So weit denkt er allerdings noch nicht. "Das ist noch ein bisschen weg, es sind noch ein paar Rennen am Programm. Ich möchte mich einfach von Rennen zu Rennen konzentrieren, Leistung abrufen und hart weiterarbeiten, weil es ist kein Wunschkonzert."

Der nächste Super-G folgt am 31. Jänner in Crans Montana. Zuvor will sich Babinsky auch in der Abfahrt die "Leichtigkeit erarbeiten". Die Möglichkeit dazu bietet sich schon am Samstag (11.30 Uhr/live ORF1) beim Höhepunkt des traditionellen Kitzbühel-Wochenendes. Dort wird auch Haaser wieder sein Glück versuchen. Der Tiroler hätte gewinnen können, leistete sich bei der Einfahrt in die Traverse aber einen entscheidenden Fehler. "Natürlich ärgert man sich etwas, es hätte aber auch blöder, schlimmer ausgehen können. Wenn man mit einem Fehler unter den ersten fünf ist, kann es nicht so schlecht sein."

Kriechmayr am "Sommerweg" unterwegs

Trotzdem mussten sich die Österreicher im Nationen-Duell mit der Schweiz hinten anstellen. "Daheim tut es doppelt weh, aber sie fahren einfach gut Ski. Wir müssen uns auf die Hinterfüße stellen, dass es in Zukunft öfter anders ist", sagte Haaser, der zuletzt "körperlich ein bisschen müde, nicht ganz auf der Höhe" war. Angefressen war der 34-jährige Kriechmayr, der 2021 den Kitz-Super-G gewonnen hat. Oben habe er den "Sommerweg" gewählt und damit schon viel Zeit verloren. "Es war nicht das, was ich mir vorgenommen habe. Wut habe ich morgen sicher im Bauch, ob es gut ist, wird man sehen."

Daniel Hemetsberger enttäuschte als 17., Livigno-Sieger Marco Schwarz belegte bei seiner Streifpremiere Rang 25. Großes Glück hatte der Norweger Adrian Smiseth Sejersted, der beim Seidlalm-Sprung spektakulär einen womöglich schlimmen Sturz verhinderte und gar noch Fünfter wurde. "Was der in der Luft aufgeführt hat, ist ... ich weiß es nicht ... Eiskunstlaufen", sagte Ex-DSV-Star Felix Neureuther über den "Superman des Tages".

Zusammenfassung
  • Der Schweizer Marco Odermatt hat den Kitzbühel-Super-G mit einer Zeit von 1:08,41 Minuten knapp vor seinem Landsmann Franjo von Allmen (+0,03) gewonnen und damit seinen 53. Weltcupsieg gefeiert.
  • Stefan Babinsky fuhr wie zuletzt in Wengen erneut aufs Podest und wurde mit 0,25 Sekunden Rückstand Dritter, während Raphael Haaser nach einem Fehler als Vierter (+0,33) das Podium verpasste.
  • Odermatt baute seine Führung in der Disziplinwertung auf 158 Punkte gegenüber Vincent Kriechmayr aus, der als Siebenter ins Ziel kam und die Österreicher im Nationen-Duell hinter der starken Schweizer Mannschaft zurückblieben.