Austria: Vorwürfe gegen Zagiczek und Werner "substanzlos"
Die "Krone" hatte Mitte Februar über einen Mailverkehr von Zagiczek mit einem kroatischen Geschäftsmann Josko Rokov berichtet. Der Vorstand soll darin Szenarien für die Übernahme jener Anteile an der Austria-AG skizziert haben, die von der Investorengruppe um Werner gehalten wird. Es ging um Provisionen für Zagiczek sowie Forderungen, den Posten als Vorstandsvorsitzender des Clubs zu übernehmen. Zagiczek wehrte sich im Bericht und erklärte, eine Klage gegen Rokov - der eine eidesstattliche Erklärung abgab - wegen übler Nachrede und Verleumdung eingereicht zu haben.
Zagiczek wiederum soll Werner in einem internen Mail die Abrechnung privater Spesen auf Vereinskosten, Urkundenfälschung und undurchsichtige Beraterdeals vorgeworfen haben. Auch Werner kündigte danach an, eine Klage einreichen zu wollen.
Die Austria erklärte, zur Klärung der Sachlage das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young eingeschaltet zu haben. "Im Rahmen der forensischen Untersuchung wurden unter anderem Dokumente und sonstige Unterlagen wie etwa Vertragsdokumente, E-Mail-Postfächer, Laptop- und Smartphone-Daten und Chatnachrichten sichergestellt und umfassend analysiert sowie Befragungen zahlreicher interner und externer Gesprächspartner: innen durchgeführt", schrieb der Verein nun in einer Mitteilung. Das Ergebnis: Für sämtliche der medial berichteten Vorwürfe wurden keinerlei belastbare Indizien oder Hinweise identifiziert, die auf ein Fehlverhalten hindeuten.
Gollowitzer betonte, dass sich das Ergebnis der Untersuchung mit seiner Einschätzung Zagiczek gegenüber decke. Dieser habe in den vergangenen Jahren "einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität und Weiterentwicklung von Austria Wien geleistet". Ebenso sei wichtig zu betonen, dass sich auch alle Anschuldigungen gegenüber Werner als substanzlos erwiesen hätten.
Zagiczek zeigte sich in einem Statement vom Ausgang der Untersuchung nicht überrascht. Er habe diese von Anfang an ausdrücklich begrüßt. Die vergangenen Wochen seien aber sehr belastend für ihn gewesen, so Zagiczek. "Unbelegte Vorwürfe, die medial verbreitet werden, treffen nicht nur die berufliche Rolle, sondern auch den Menschen und sein gesamtes persönliches Umfeld dahinter. Ich bin erleichtert, dass der Prüfbericht nun vorliegt und alle Anschuldigungen widerlegt wurden."
Zusammenfassung
- Ein von Austria Wien beauftragtes unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen hat sämtliche Vorwürfe gegen Finanzvorstand Harald Zagiczek und Ex-Sportvorstand Jürgen Werner als substanzlos eingestuft.
- Die forensische Untersuchung durch Ernst & Young analysierte Vertragsdokumente, E-Mail-Postfächer, Laptop- und Smartphone-Daten sowie Chatnachrichten und führte zahlreiche Befragungen durch.
- Präsident Kurt Gollowitzer erklärte, dass die Angelegenheit für den Verein abgeschlossen sei, und lobte den Beitrag Zagiczeks zur Stabilität und Weiterentwicklung von Austria Wien.
