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Austria unter Siegpflicht - Rapid-Gastspiel vor der Haustür

30. Aug. 2025 · Lesedauer 4 min

Während die sportliche Lage für Austria Wien prekär ist, plant Rapid nach dem Erfolgserlebnis im Europacup am Sonntag (17.00) auch in der Fußball-Bundesliga nachzulegen. Trainer Stephan Helm und seine Austria stehen zuhause gegen Altach unter Siegpflicht. Zeitgleich treffen sich im Hartberg-Ausweichstadion die langjährigen Weggefährten Peter Stöger und Manfred Schmid zum Seitenlinien-Duell. Der WAC möchte die Europacup-Enttäuschung bei noch unbesiegten Tirolern abschütteln.

Am Wiener Verteilerkreis herrscht Krisenstimmung. Trainer Stephan Helm ist nach dem verpatzten Start mit dem Aus im Europacup und ÖFB-Cup und nur einem Punkt aus vier Ligaspielen angezählt. Dem Burgenländer droht die Ablöse in der länderspielbedingten Ligapause - möglicherweise selbst bei einem Heimsieg gegen Altach. Helm glaubt daran, den Turnaround mit den Veilchen schaffen zu können. "Ich glaube an das Potenzial dieser Mannschaft und bin davon überzeugt, dass wir zeitnah Hebel betätigen können, sodass wir diese Leistung etwas verbessern und in Siege ummünzen können."

Neuzugang Johannes Eggestein berichtete von angespannter Stimmung in der Kabine. Am Rasen wurde nach Lösungen gesucht. "Wir haben im Training den Fokus auf eine kompakte Mannschaft gelegt, dass wir enge Abstände zueinander haben und ein gutes Pressing eingeleitet werden kann", sagte Eggestein. Während die Austria bereits neun Gegentore erhalten hat, exerziert Altach aktuell defensive Geschlossenheit vor. Dies mit einer Spielidee, die Helm als "mutig und aggressiv" lobte. Erst ein Gegentor hat der Abstiegskandidat der Vorsaison erhalten, die Vorarlberger sind eines von vier noch ungeschlagenen Teams (Salzburg, Rapid, WSG Tirol). Im direkten Duell ist die Austria fünf Partien lang ungeschlagen.

Hartberg - Rapid: Duell der Trainer-Freunde

Nach dem Aufstieg in die Conference League will Rapid auch im Hartberger Ausweichstadion in Maria-Enzersdorf die bisher gezeigte Auswärtsstärke prolongieren. "Wenn die Spieler sich entwickeln wollen und wenn wir uns als Mannschaft entwickeln wollen, dann heißt es, das seriös anzugehen", forderte Rapid-Trainer Peter Stöger vor der kurzen Auswärts-Anreise. "Die Meisterschaft ist das, was für uns entscheidend ist. Das ist das tägliche Brot, und das tägliche Brot ist ganz einfach wichtig."

Der Gegner wird von einem Mann betreut, der Stöger in- und auswendig kennt. Hartberg-Coach Manfred Schmid war Stögers rechte Hand in Wiener Neustadt, bei der Austria, in Köln und Dortmund - nun treffen sie erstmals aufeinander. "Wir wissen, was zu tun ist. Es geht alles nur über hundertprozentige gemeinsame Arbeit auf dem Platz", sagte Schmid. Beide Mannschaften mussten unter der Woche hart kämpfen. Rapid am Donnerstag beim 2:0 gegen Györ. Hartberg setzte sich am Mittwoch im Cup gegen den Drittligisten Velden erst in der Verlängerung 3:0 durch. Schmid verwies auf das Weiterkommen und durchwegs gute Leistungen in der Liga. "Logischerweise haben wir Rückenwind." Vier der jüngsten sechs Duelle gingen an die Steirer. Stöger: "Sie hatten ein Spiel gegen Salzburg, das sie eigentlich gewinnen müssen. Wir sind gewarnt."

WSG Tirol - WAC: Zwei Teams wollen es "scharf"

Nach dem verlorenen Elferkrimi in Nikosia um die Conference-League-Teilnahme kehrt der WAC ins nationale Geschäft zurück. Gegner in Innsbruck ist die WSG Tirol, die ihrer Favoritenrolle im Cup gegen Oedt (3:1) gerecht geworden ist. "Das Schöne für uns ist, dass wir schon drei Tage später wieder ein Match haben. Und dort versuchen wir natürlich, das Beste zu machen", sagte WAC-Trainer Dietmar Kühbauer. Er hatte das verlorene Millionenspiel bereits kurz darauf sehr aufgeräumt als verdiente Niederlage eingeordnet. "Bei uns hat der letzte Punch gefehlt."

"Ich fand das Interview von ihm nach dem Spiel bemerkenswert, sehr selbstkritisch. Das ist für mich der erste Schritt, um den Fokus aufs nächste Spiel zu legen", erklärte Philipp Semlic. Gerade weil der Gegner von Didi Kühbauer gecoacht wird, erwartete Semlic bei aller Kärntner Enttäuschung ein wehrhaftes Gegenüber. Der WAC habe eine "Riesenqualität im Kader" und könne es sich auch leisten, in der Bundesliga zu rotieren, betonte Semlic. "Uns bei der WSG darf in keinem Moment von der Schärfe oder der Bereitschaft her was fehlen." Eine Fortsetzung des erfolgreichen Saisonstarts mit bisher sieben Punkten wäre sicherlich eine passendes Geschenk zum 50er von Clubmanager Stefan Köck.

Zusammenfassung
  • Austria Wien steht nach nur einem Punkt aus vier Ligaspielen und bereits neun Gegentoren gegen Altach unter massivem Druck, wobei Trainer Helm bei weiterer Erfolglosigkeit die Ablöse droht.
  • Altach präsentiert sich als eines von vier noch ungeschlagenen Teams der Liga mit nur einem Gegentor und trifft auf eine Austria-Mannschaft, die im Training verstärkt auf Kompaktheit und Pressing setzt.
  • Rapid möchte nach dem 2:0-Erfolg in der Conference League auch in der Bundesliga gegen Hartberg nachlegen, während WSG Tirol mit sieben Punkten und dem Cup-Sieg den WAC zum 50. Geburtstag ihres Clubmanagers empfängt.