APA/APA (AFP)/OLI SCARFF

Atletico will Manchester City das Leben wieder schwer machen

12. Apr. 2022 · Lesedauer 4 min

Eine höchst spannende Ausgangslage bietet das Viertelfinalduell der Champions League zwischen Atletico Madrid und Manchester City am Mittwoch (21.00 Uhr/live Sky, DAZN und ServusTV). City-Coach Pep Guardiola trifft mit Atletico-Trainer Diego Simeone nicht nur auf eine konträre Fußballphilosophie, sondern auch jenen Mann, der ihn mit den Bayern 2016 im Halbfinale ausgeschaltet hat. Und nach der 0:1-Niederlage in Manchester scheint das auch am Mittwoch im Bereich des Möglichen.

Seit Jahren läuft Guardiola in der CL dem Titel hinterher. Seit seinem letzten Triumph, damals mit dem FC Barcelona, sind elf Jahre vergangen. Drei Mal schied er mit Bayern München frühzeitig aus, vier Mal mit Manchester City, ehe es in der Vorsaison immerhin bis ins Finale reichte. Gerade Guardiolas Manchester City scheiterte ab und zu durchaus auch als großer Favorit - so wie 2017 (an Monaco), 2019 (Tottenham Hotspur) oder 2020 (Lyon).

Ähnlich klar verteilt sind die Rollen auch diesmal: Hier ManCity, der Leader der Premier League, der seit Ende Oktober nur zwei von 31 Pflichtspielen verloren hat. Dort Atletico Madrid, das am vergangenen Wochenende in der Meisterschaft gegen Aufsteiger Mallorca verlor und in der spanischen Liga noch immer um Platz vier zittert. Und doch treibt Guardiola die Angst vor dem erneuten Scheitern auf dem Weg zum großen Ziel um. Zwar betonte der Katalane unlängst wieder, wie "glücklich" er aktuell mit der Leistung seines Teams sei. Aber auch er weiß: "Um die Anerkennung aller da draußen zu bekommen, müssen wir Europa erobern."

Auf der Gegenseite steht mit "Cholo" Simeone ein Antipode, dem er im bisher einzigen Champions-League-Duell 2016 unterlag. Atletico schöpfte schon damals Kraft und Enthusiasmus aus defensiver Schwerarbeit und effizientem Kontern - so wie jüngst im Hinspiel in Manchester. Auch sonst ist Guardiola immer wieder an Widersachern gescheitert, die einen Gegenentwurf zu ihm darstellten: an Inter Mailand und Jose Mourinho (2010), an Chelsea und Roberto Di Matteo (2012), an Monaco und Leonardo Jardim (2017) oder an Lyon und Rudi Garcia (2020). Doch am schärfsten ist der Kontrast zwischen Guardiola und Simeone.

"Ein 0:1 hier ist kein so schlechtes Ergebnis. In Madrid wird das eine ganz andere Partie", sagte "Atletis" Ex-City-Verteidiger Stefan Savic nach der Hinpartie. Spielerisch wird sich aber wohl nicht viel ändern. Atleticos Ex-Coach Arrigo Sacchi ließ sich sogar zur Bemerkung hinreißen, es handle sich um "prähistorischen" Fußball. Simeone wollte das bestenfalls "ignorieren", das Team werde sich von seiner seit Jahren eingeübten Identität nicht verabschieden. "Wir werden so spielen, dass wir ihnen weh tun können", betonte der Argentinier. Sein Kapitän Koke sah es genauso: "Wir spielen seit einer Dekade so, und uns macht es Spaß."

Mit Liverpool ist auch der große Premier-League-Rivale der "Citizens" im CL-Einsatz. Am Mittwoch gastiert Benfica Lissabon von Valentino Lazaro an der Anfield Road (21.00, live Sky und DAZN) und darf sich nach dem 1:3 im Hinspiel praktisch keine Hoffnungen mehr machen. In England sitzt Liverpool nach dem jüngsten 2:2 Leader ManCity weiterhin mit nur einem Punkt Rückstand im Nacken, schon am Samstag gibt es im Cup-Halbfinale ein Wiedersehen.

Trotz der komfortablen Ausgangsposition will Liverpool-Coach Jürgen Klopp gegen Benfica keine Spieler schonen. "Das nächste Spiel hat keinen Einfluss auf meine Aufstellung morgen", stellte Klopp am Dienstag klar. Dass seine Mannschaft das Hinspiel in Lissabon souverän gewonnen hatte, sei "eine gute Basis", ergänzte der 54-Jährige. "Aber wenn sie ein Tor schießen, ändert sich das Spiel." ÖFB-Teamspieler Lazaro dürfte wie im Hinspiel nur auf der Bank sitzen.

Bei einem Weiterkommen bekäme es Manchester City im Semifinale mit Real Madrid von David Alaba oder Chelsea (Hinspiel 3:1) zu tun, die am (heutigen) Dienstag gegeneinander spielen. Liverpool würde auf den Sieger aus Bayern München gegen Villarreal (Hinspiel 0:1) treffen.

Quelle: Agenturen