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Admira hängt Schlusslicht Altach nach 2:0 im "Ländle" ab

26. Feb. 2022 · Lesedauer 4 min

Die Admira ist aus dem Nachzügler-Duell der Fußball-Bundesliga siegreich hervorgegangen. Nach einem 2:0 (1:0) bei Altach bauten die Südstädter am Samstag den Vorsprung auf das Schlusslicht auf sieben Zähler aus.

Für die Elf von Andreas Herzog war es der erste Sieg nach zehn Spielen ohne Erfolgserlebnis. Altach kassierte die neunte Niederlage in Serie, die dritte unter dem in der Winterpause als Coach geholten Ludovic Magnin.

Zwei verschossene Elfer in Halbzeit eins 

Roman Kerschbaum (8.) per Elfmeter-Nachschuss und Marlon Mustapha (49.) trafen in einer mitunter ruppigen Partie zu Beginn beider Halbzeiten für die Gäste. Die große Chance auf den Ausgleich vergab Atdhe Nuhiu, der mit einem Elfmeter an Andreas Leitner scheiterte (38.). Altach gastiert in der letzten Runde des Grunddurchgangs kommende Woche in Salzburg, der Rückstand auf die Admira dürfte nicht kleiner werden. Die Maria Enzersdorfer sind zu Hause gegen die Austria im Einsatz.

Die Spieler beider Teams zeigten vor Anpfiff Friedenssymbole und hielten auch Kärtchen mit der Aufschrift "Peace" in die Höhe. Das Kellerduell nahm schnell Fahrt auf. Nach etwas mehr als 30 Sekunden gab es nach dem ersten Foul schon Diskussionen, ehe Gianluca Gaudino nach einem Eckball mit einer Abwehraktion mit gestrecktem Bein Lukas Malicsek traf. Schiedsrichter Andreas Heiß ließ weiterspielen, nach VAR-Intervention sah er sich die Szene aber noch einmal an und entschied zurecht auf Strafstoß. Tino Casali erriet die Ecke, wehrte den Ball aber nach vorne ab - Kerschbaum hatte Glück.

Bei Altach zeigten die Umstellungen nur langsam Wirkung. So begann Nuhiu als Solospitze anstelle des laut Magnin nicht ganz fitten Christoph Monschein, Kapitän Jan Zwischenbrugger war erstmals im Frühjahr dabei. Die Hausherren agierten nach dem frühen Rückstand aber sehr verunsichert. Die Abwehr wirkte unsortiert, Casali rettete gegen den völlig frei stehenden Stefano Surdanovic mit einem Reflex (16.).

Altach-Tor aberkannt 

Es blieb turbulent. Zunächst lag der Ball schon im Admira-Tor, Heiß sah aber ein Vergehen von Nuhiu im Luftduell mit Admira-Torhüter Leitner (19.). Eine umstrittene Entscheidung. Monschein kam für den angeschlagenen Gaudino, ehe der VAR für Elfer Nummer zwei sorgte. Kerschbaum hielt Nosa Edokpolor am Trikot zurück, Heiß schritt wieder zum Monitor und zeigte auf den Punkt. Nuhiu scheiterte mit seinem schwach geschossenen Versuch jedoch an Leitner. Die Altacher waren nun ebenbürtig, ein Ausrutscher von Casali hätte die Bemühungen kurz vor dem Pausenpfiff jedoch beinahe zunichtegemacht. Der Schlussmann rutschte nach einem hohen Ball aus, konnte aber noch vor der Linie klären.

Die Admira lag in Summe verdientermaßen voran und schaffte nach Seitenwechsel schnell die Vorentscheidung. Nach einem Gegenstoß ging Mustapha an den zögerlichen Zwischenbrugger und Nanizayamo vorbei und schloss elegant ab. Es passte in die Altacher Misere, dass Nanizayamo nach seinem Rettungsversuch verletzt vom Feld musste. Die Herzog-Elf verwaltete danach die Führung. Nur einmal kam Altach einem Treffer noch nahe, Monscheins Abschluss aus spitzem Winkel klatschte von der Innenstange ins Feld zurück (81.). Der Negativlauf der Rheindörfler wird auch vom Torverhältnis untermauert: 1:18 lautet dies nun aus den letzten neun Partien.

Stimmen zum Spiel 

Ludovic Magnin (Altach-Trainer): "Als Tabellenletzter kommt wirklich alles zusammen. Ein nicht gegebenes Foul an Reiter, dann der anschließende Elfmeter gleich in der Anfangsphase. Das 0:1 haben wir nicht verkraftet und sind rund 25 Minuten geschwommen. Dann hätten wir es uns verdient, mit einem Unentschieden in die Halbzeit zu gehen. Aber man hat gesehen, dass uns auch die Millimeter fehlen beim Elfmeter oder später beim Stangenschuss von Monschein. Kämpferisch kann ich den Jungs nichts vorwerfen, sie haben alles gegeben. Mich stören drei Spiele, null Punkte, null Tore. Dabei hätten sich die Stürmer heute selber belohnen können. Aber jammern bringt nichts, es geht weiter."

Andreas Herzog (Admira-Trainer): "Auswärts sind wir seit Wochen besser als in Heimspielen. Auch wenn unsere Spiele immer nervenaufreibend sind, bin ich über den vierten Saisonsieg froh. Und das gegen einen unmittelbaren Konkurrenten. Nach dem 1:0 hatten wir noch zwei Möglichkeiten auf den zweiten Treffer, danach ist es hektischer geworden und wir hatten in zwei Situationen auch das Glück auf unserer Seite. Wenn es uns gelingt, die Leistungen auch zu Hause auf den Platz zu bringen, sehe ich den nächsten Wochen positiv entgegen. Ein wenig gestört hat mich die zweite Halbzeit, da hätte ich spielerisch mehr von uns erwartet. Aber die Burschen haben bis zum Schluss gefightet und sich den Sieg verdient."

Quelle: Agenturen