APA - Austria Presse Agentur

Zwei Tote nach Bombenanschlag in Kabuler Moschee

Juni 02, 2020 · Lesedauer 2 min

Bei einem Bombenanschlag im Zentrum von Kabul sind zwei Menschen getötet worden. "Terroristen" hätten im Eingangsbereich einer beliebten Moschee eine Bombe gezündet, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums am Dienstag. Bei den Opfern handelte es sich demnach um einen bekannten Imam und einen Moschee-Besucher.

Der Sprecher von Präsident Ashraf Ghani sprach von einer "abscheulichen" Attacke. "Leider sind heute Abend einige Sprengsätze in der Wasir-Akbar-Khan-Moschee detoniert, die von Terroristen gelegt wurden", sagte der Sprecher Tarek Arian. Zunächst hatte Arian von einem Selbstmordanschlag gesprochen. Später war unklar, ob sich der Attentäter tatsächlich in die Luft gesprengt hatte.

Die Wasir-Akbar-Khan-Moschee liegt am Rand der hochgesicherten Grünen Zone der afghanischen Hauptstadt. Sie wird auch häufig von hochrangigen Regierungsvertretern aufgesucht. Der getötete Imam Ajas Niasi gehörte zu den einflussreichsten Geistlichen der afghanischen Hauptstadt. Seine politisch geprägten Gottesdienste waren meist extrem gut besucht.

In der Grünen Zone haben zahlreiche Botschaften und internationale Organisationen ihren Sitz. Die Explosion war in weiten Teilen des hochgesicherten Bezirks zu hören. Vielerorts ertönten Alarmsirenen, Mitarbeiter von Botschaften und internationalen Organisationen brachten sich in Schutzräumen in Sicherheit.

Zunächst bekannte sich keine Gruppierung zu dem Anschlag. Bereits am Montagabend hatte ein Bombenanschlag mit sieben zivilen Todesopfern den Nordosten Afghanistans erschüttert. Die Behörden machten die radikalislamischen Taliban für diesen Anschlag verantwortlich. Am Samstag waren in Kabul zudem ein Journalist und dessen Fahrer bei einem Anschlag getötet worden, den die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) für sich reklamierte.

Trotz der jüngsten Attacken ist die Gewalt in Afghanistan zurückgegangen, seit die Taliban am 24. Mai anlässlich des islamischen Feiertags Eid al-Fitr unerwartet eine dreitägige Waffenruhe verkündeten.

Die Regierung in Kabul hatte die Waffenruhe begrüßt und als "Zeichen guten Willens" 2000 Taliban-Gefangene aus dem Gefängnis entlassen. Damit sollte der Weg für Friedensverhandlungen mit den Taliban geebnet werden. Der Chefunterhändler der afghanischen Regierung für die Friedensgespräche, Abdullah Abdullah, erklärte, sein Team sei "jederzeit" bereit, in die Verhandlungen mit den Taliban einzutreten.

Quelle: Agenturen