Putin entschuldigt sich für Lawrows Hitler-Sager

05. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich am Donnerstag beim israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett für die Hitler-Kommentare seines Außenministers Sergej Lawrow entschuldigt.

Dieser hatte in einem Interview den Angriff auf die Ukraine mit der nötigen "Entnazifizierung" des Landes begründet. Als er auf die jüdischen Wurzeln von Präsident Wolodymyr Selenskyj angesprochen wurde, verstieg er sich zu der Behauptung, auch Adolf Hitler habe "jüdisches Blut" gehabt.

Zudem behauptete Lawrow, dass die größten Antisemiten von jeher Juden gewesen seien. Das rief scharfen Protest in Israel hervor. Trotzdem legte Moskau in dem Streit noch einmal nach. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erklärte, Israel helfe nun Neonazis in der Ukraine.

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Der 9. Mai

Nach der scharfen internationalen Kritik an Lawrows Äußerungen hatten Putin und Bennett am Donnerstag miteinander telefoniert. Dabei ging es nach Kreml-Angaben um die Bedeutung des 9. Mai als Tag des sowjetischen Siegs über Nazi-Deutschland sowie um "alle Opfer" des Zweiten Weltkrieges, darunter "die Holocaust-Opfer". Putin habe unter anderem hervorgehoben, dass "40 Prozent" der während des Holocaust ermordeten Juden "Bürger der UdSSR" gewesen seien. Bennett seinerseits habe auf den "entscheidenden Beitrag der Roten Armee zum Sieg über den Nazismus" hingewiesen.

Am 9. Mai feiert Russland traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade. In diesem Jahr kommt den Feierlichkeiten vor dem Hintergrund des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine eine besondere Bedeutung zu. Lawrow hatte in seinem umstrittenen Interview auch gesagt, die "russische Armee" werde ihre Handlungen nicht künstlich an irgendeinem Datum ausrichten" und den Einsatz in der Ukraine deshalb nicht am 9. Mai beenden.

Bennett mit Forderungen

In dem Telefongespräch mit Bennett am Donnerstag forderte Putin Kiew außerdem auf, den im Asowstal-Stahlwerk verschanzten Kämpfern die Aufgabe zu befehlen. Russland sei weiter bereit, den eingeschlossenen Zivilisten auf dem Gelände in Mariupol einen sicheren Abzug zu ermöglichen, hieß es in einer Erklärung des Präsidialamts in Moskau.

Quelle: Agenturen