Wiener Patientenanwalt für "Neuaufstellung" bei Gutachten
"Würde man die Mehrfachbegutachtungen für Pflegegeld, Rehageld, Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspension, erhöhte Familienbeihilfe oder Leistungen aus der Behindertenhilfe durch die einer einzelnen, unabhängigen Begutachtungsstelle zusammenfassen, würde das dem Staat letztlich zu finanziellen Einsparungen verhelfen", befand Jelinek. Auch Patientinnen und Patienten würden weniger belastet.
Profitieren würden besonders chronisch kranke Personen. Denn wiederkehrende Beschwerden würden zeigen, dass noch immer viele Sachverständige besonders bei Betroffenen mit ME/CFS Vorbefunde ignorieren und Hausbesuche verweigern würden. Das führe zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands der Betroffenen und zu körperlicher, psychischer und finanzieller Belastung, warnte der Patientenanwalt.
Es seien sogar Fälle bekannt, in denen Menschen oder ihre pflegenden Angehörigen sogar auf die Beantragung von Pflege- und Rehageld verzichtet hätten, kritisierte Jelinek. Sie hätten dies getan, um den Erkrankten nicht weiteren gesundheitlichen Schaden zuzufügen.
Zusammenfassung
- Der Wiener Pflege- und Patientenanwalt Gerhard Jelinek fordert eine "dringende Neuaufstellung des Gutachterwesens" bei der Pensionsversicherungsanstalt und dem Sozialministeriumsservice.
- Vor allem chronisch Kranke leiden laut Jelinek unter der aktuellen Praxis, da Vorbefunde ignoriert und Hausbesuche verweigert werden, was zu gesundheitlicher und finanzieller Belastung führt.
