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Weniger Österreicher an Uni Innsbruck, Liste Fritz für Quote

Heute, 11:37 · Lesedauer 3 min

Die oppositionelle Liste Fritz schlägt angesichts des sinkenden Österreicheranteils an der Universität Innsbruck Alarm. Sie forderte deshalb eine Quotenregelung nach Vorbild des Studiums der Humanmedizin für beliebte Studienfächer wie etwa Psychologie. Dieses Studium würde "überrannt", sagte Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Vor allem Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) solle sich "für eine Quote stark machen".

Aktuell hätten nämlich in Innsbruck über alle Studienfächer hinweg nur mehr 47,9 Prozent aller Studierenden "ein österreichisches Maturazeugnis", verdeutlichte Haselwanter-Schneider die Dringlichkeit. "Bei den Erstsemestrigen waren es im Wintersemester 2025/26 sogar lediglich 38,8 Prozent", ortete sie für die Zukunft ein weiteres Sinken des Österreicher-Anteils. Angesichts dieser Zahlen sei eine Quote von 75 Prozent für österreichische Studierende, fünf Prozent für Drittstaatenangehörige und 20 Prozent für EU-Staatsbürger wie an der Medizin Uni "ein praktikabler Weg".

Eine solche Quote gibt es in Tirol aktuell nur an der Medizinischen Universität Innsbruck im Bereich Humanmedizin. Beim Studium der Zahnmedizin existiert aktuell keine Quote mehr, Rufe danach wurden aber immer wieder laut. Die Forderung nach Quoten an der Universität Innsbruck untermauerte die Liste Fritz indes auch mit Zahlen von anderen, vergleichbaren österreichischen Universitäten. So seien an der Universität Graz 81,2 Prozent aller Studierenden Österreicher, an der Universität Salzburg 65,8 und an der Universität Wien 65,4 Prozent.

Die darum aus Sicht der Liste Fritz erforderliche Quote wollte Haselwanter-Schneider aber nicht nur auf das Psychologiestudium beschränkt wissen. "Es gilt eine solche auch für große Studien wie beispielsweise Wirtschaftswissenschaften oder Architektur zu prüfen", forderte sie. Auch dort sei der Anteil an Nicht-Österreichern groß. Besser argumentierbar sei diese aber vorerst im Bereich Psychologie: "Dort lässt sich der dringende Bedarf an Psychologen für Österreich leichter nachweisen, da es ein wichtiger Gesundheitsberuf ist."

Auch weitere Maßnahmen seien für sie vorstellbar, unter anderem "bepunktete Auswahlverfahren, bei denen unter anderem die Staatsbürgerschaft eine Rolle spielt", so die Parteiobfrau. Auch das "belgische Modell", bei dem Personen erst nach drei Jahren Hauptwohnsitz in Belgien einen "freien Hochschulzugang" hätten, fand sie überlegenswert und womöglich dazu geeignet, die Situation an der Universität Innsbruck zu verändern.

Liste Fritz will "Verbündete" für Quoten-Vorstoß suchen

Vorerst suche man aber nun für den Quoten-Vorstoß "Verbündete" im Tiroler Landtag. "Wir wollen es kommenden Mittwoch bei der Landtagssitzung zum Thema machen", kündigte Haselwanter-Schneider an. Besonders im Visier hatte sie dabei Landeshauptmann Mattle: "Er soll sich als derzeitiger Vorsitzender der Landeshauptleute-Konferenz beim Bund für das Thema einsetzen." Die schwarz-rote-pinke Bundesregierung solle schließlich wiederum das Thema auf EU-Ebene aufs Tapet bringen, skizzierte Haselwanter-Schneider einen möglichen "Fahrplan" für mögliche Quoten.

Fakt sei jedenfalls, dass aufgrund der Studierenden-Situation in Innsbruck auch der "Wohnungsmarkt überhitzt" sei, sagte Innsbrucks Liste Fritz Ersatzgemeinderätin Patricia Nothegger. Deshalb gelte es auch über mögliche Quoten hinaus neue Wohnmodelle anzudenken, etwa "angeschlossene Wohnmöglichkeiten am Physik-Areal", auf dem gerade das millionenschwere neue "Haus der Physik" errichtet werde.

Zusammenfassung
  • Der Anteil Studierender mit österreichischem Maturazeugnis an der Universität Innsbruck ist auf 47,9 Prozent gesunken, bei den Erstsemestrigen im Wintersemester 2025/26 sogar auf 38,8 Prozent.
  • Die Liste Fritz fordert eine Quote von 75 Prozent für österreichische Studierende, 5 Prozent für Drittstaatenangehörige und 20 Prozent für EU-Bürger, wie sie bereits in der Humanmedizin existiert.
  • Im Vergleich dazu liegt der Anteil österreichischer Studierender an der Universität Graz bei 81,2 Prozent, in Salzburg bei 65,8 Prozent und in Wien bei 65,4 Prozent.