Weitere Zeugin im Untreue-Prozess um Eurofighter befragt
Die Zeugin hatte ab den 1980er-Jahren bei EADS Deutschland (EADS-D) bzw. deren Vorgängerfirmen gearbeitet. Im relevanten Zeitraum war sie in der Abteilung für Gegengeschäfte tätig und für Angebote und Abwicklung zuständig. In Deutschland hat sie eine Strafverfügung und eine Geldbuße erhalten, das Verfahren wurde eingestellt.
Angeklagt sind im aktuellen Prozess drei Personen - ein früherer Luftfahrtmanager sowie zwei mutmaßliche Lobbyisten. Laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) sollen die drei einem bereits 2019 in Deutschland verurteilten Ex-EADS-Manager geholfen haben, eine Schwarzgeld-Kassa zulasten des Konzerns einzurichten. EADS (heute Airbus) war Teil des Eurofighter-Konsortiums und hat später innerhalb dieses Zusammenschlusses die Verantwortung für die mit der Republik Österreich vereinbarten Gegengeschäfte übernommen. Die Strafe des EADS-Managers ist bereits getilgt; für die drei Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Sie haben die Vorwürfe am ersten Prozesstag vor gut zwei Wochen zurückgewiesen.
Der von der Anklage inkriminierte Schaden für EADS beträgt 65 Mio. Euro. Das Geld sollen die Beschuldigten mittels Scheinrechnungen von EADS in die Vector Aerospace LLP - laut WKStA ein Scheinunternehmen - rausgezogen haben.
Ex-EADS-Manager geladen
Sie habe Rechnungen entsprechend eines Vertrags mit Vector geprüft, dokumentiert und weitergegeben, sagte die Zeugin am Dienstag. Freigaben ohne entsprechenden Gegenwert habe es nicht gegeben. Dass Vector keine Leistungen erbracht habe, stimme nicht, war die Frau überzeugt. Worin diese genau bestand, konnte sie aber nicht ausführen.
Am Nachmittag wurden dann noch Rechnungen, Protokolle und eine Zeugeneinvernahme verlesen. Für Mittwoch steht die Befragung des ehemaligen EADS-Managers am Programm. Danach ist noch eine weitere Zeugin geladen. Ein Urteil wird am Freitag erwartet.
Zusammenfassung
- Im Untreue-Prozess zur Eurofighter-Causa sagte am Dienstag eine Zeugin per Videoschaltung aus, die ab den 1980er-Jahren bei EADS Deutschland für Gegengeschäfte zuständig war.
- Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wirft den drei Angeklagten vor, gemeinsam mit einem bereits 2019 verurteilten Ex-EADS-Manager eine Schwarzgeld-Kassa eingerichtet und EADS um 65 Mio. Euro geschädigt zu haben.
- Die Zeugin betonte, dass sie Rechnungen mit Gegenwert geprüft habe, während die Angeklagten die Vorwürfe zurückweisen und ein Urteil für Freitag erwartet wird.
