Weitere Klagen?
Pilz veröffentlicht zweites Pilnacek-Buch
In "Pilnacek. Spuren im Schlamm" übt er erneut scharfe Kritik an den Ermittlungen nach dem Tod des ehemaligen Justiz-Sektionschefs, die gerade auch Thema eines Untersuchungsausschusses sind.
Erstes Buch soll eingezogen werden
Sein erstes Buch soll laut einem nicht rechtskräftigen Gerichtsurteil eingezogen werden. Im Text nimmt der Ex-Politiker und Gründer der Plattform Zackzack vorweg, dass es auch diesmal zu Klagen kommen könnte.
Pilz ist längst nicht mehr nur Beobachter, sondern auch Protagonist in der Causa Pilnacek, und war bereits mit mehreren Klagen im Zusammenhang damit konfrontiert. So waren etwa Bundespolizeidirektor Michael Takacs, dessen Name auch im neuen Buch fast 150 Mal vorkommt, und weitere Spitzenpolizisten wegen des ersten Pilnacek-Buchs gegen die Zack Media GmbH vorgegangen.
Die will nicht hinnehmen, dass das Buch eingezogen wird, und hat Berufung eingelegt. Pilz hatte in Band eins insinuiert, dass mehrere Spitzenbeamte im Auftrag der ÖVP versucht hätten, die Ermittlungen zu beeinflussen und Vorgänge zu vertuschen.
Kritik an Ermittlungen und Behörden
Milder ist Pilz seither nicht geworden. Weiterhin nicht gut weg kommt in "Spuren im Schlamm" die Volkspartei - wenngleich es "unwahrscheinlich" scheine, "dass Pilnaceks Tod etwas mit der ÖVP zu tun hatte", wie es Pilz formuliert. Gleich zu Beginn des neuen Buches betont er außerdem, nie behauptet zu haben, dass es sich um einen Mordfall handle. Im ersten Buch habe er bloß geschrieben, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Ex-Sektionschef ermordet wurde. Während die Behörden von Suizid ausgehen, gibt es für Pilz aber weiterhin keine eindeutige Antwort darauf, ob es sich bei Pilnaceks Tod um Suizid, einen Unfall oder Fremdverschulden handelt.
Er stützt sich im neuen Buch unter anderem auf diverse Gerichtsdokumente sowie U-Ausschuss-Befragungen. Auch persönlich hat sich Pilz eingehend mit dem Fall Pilnacek beschäftigt, sich etwa die gleiche Smartwatch angeschafft, die der Spitzenbeamte bei seinem Tod getragen hat. Ihn beschäftigt in Band zwei etwa die titelgebende Frage, wie Schlammspuren auf die Hose des Toten gekommen sein könnten. Weiter übt Pilz Kritik an den auf den Fund der Leiche folgenden Ermittlungen - etwa an der fehlenden Absperrung des Fundorts und der fehlenden Sicherstellung von Pilnaceks Handy, aber auch dem Handeln der Oberstaatsanwaltschaft Wien.
Pilz sieht Möglichkeit weiterer Klagen
Am Ende stellt Pilz die Frage nach dem "Warum". "In wessen Interesse war es, dass Rufdaten, Chats und Mails auf dem Handy in keinem Ermittlungsakt einer Staatsanwaltschaft gelandet sind?", schreibt er etwa. Eine Handy-Auswertung hätte nicht geheim bleiben können, meint er. "Wer würde dann neben Sebastian Kurz auftauchen?", so Pilz weiter.
Insgesamt ist Band zwei eher etwas für Spezialisten. Unter Pilz' anvisiertem Publikum sind denn auch Abgeordnete, ist er doch überzeugt, dass das Buch die Aufklärung im U-Ausschuss unterstützen kann. Das neue Buch sei zudem als "journalistische Antwort" auf das noch nicht umgesetzte Verbot des ersten zu verstehen. Dass es auch diesmal zu einer Klage kommen könnte, hält Pilz wohl nicht für unwahrscheinlich, sinniert er doch bereits darüber, dass "ÖVP-nahe Polizeioffiziere" versuchen könnten, auch den zweiten Band verbieten zu lassen.
Analyse: Pilnacek-U-Ausschuss befragt Pilz
Zusammenfassung
- Peter Pilz hat ein zweites Buch über die Causa Christian Pilnacek geschrieben.
- In "Pilnacek. Spuren im Schlamm" übt er erneut scharfe Kritik an den Ermittlungen nach dem Tod des ehemaligen Justiz-Sektionschefs, die gerade auch Thema eines Untersuchungsausschusses sind.
- Sein erstes Buch soll laut einem nicht rechtskräftigen Gerichtsurteil eingezogen werden.
- Im Text nimmt der Ex-Politiker und Gründer der Plattform Zackzack vorweg, dass es auch diesmal zu Klagen kommen könnte.
