Wagner: "Auch Kinder haben ein Recht auf Gesundheitsschutz"

03. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Im Newsroom LIVE bei Thomas Mohr bezieht der Mikrobiologe Michael Wagner klar Stellung zum geplanten Schul-Vollbetrieb ab dem 17. Mai. Dieser gehe mit einem hohen Risiko einher und komme zu früh. Er mahnt daher zur Geduld und Vorsicht.

Am 17. Mai sollen die Schulen in Österreich wieder in den Vollbetrieben wechseln. Für den Mikrobiologen Michael Wagner kommt diese Öffnung "einfach um ein paar Wochen zu früh". Grund dafür sei das hohe Infektionsrisiko, das aktuell an den Schulen nicht ausgeschlossen werden kann. "Schulen nehmen eine nicht zu vernachlässigende Rolle in der Pandemie ein", erklärt Wagner im Newsroom LIVE bei Thomas Mohr.

Die Selbsttests seien zwar "sinnvoll als Brückentechnologie", bieten aber "keine wirkliche Sicherheit", erklärt der Mikrobiologe. Man würde bis zu 80 Prozent der Infizierten übersehen, wovon einige noch infektiös seien. Verlässlich sei laut Wagner nur der PCR-Test. Er hält eine komplette Öffnung der Schulen nur für sinnvoll, wenn "alle Schüler sich dreimal die Woche mit PCR-Tests negativ testen lassen", erklärt der Biologe im Interview. Allerdings sei man auf diesen Idealfall nicht ausreichend vorbereitet.

Vollbetrieb ist "hohes Risiko"

Aktuell gehe man ein "hohes Risiko" ein. Die einzigen "Bremskräfte sind der Frühling und die fortschreitende Durchimpfung". Wobei letztere in der Elterngeneration "noch nicht ganz angekommen ist", sagt Wagner. Daher sei es laut ihm sinnvoller weiterhin im Schichtbetrieb zu bleiben und weitere Vorsichtsmaßnahmen, wie die Maskenpflicht in Volksschulen beizubehalten.

"Es lohnt sich geduldig und vorsichtig zu sein", sagt Wagner. Als positives Beispiel nennt er die Corona-Strategie von Großbritannien, das langsam Öffnungsschritte vorgenommen hat. Zudem "haben Kinder ein Recht auf Gesundheitsschutz", erklärt der Mikrobiologe weiter. Auch wenn die Folgen von Long-Covid bei Kindern nicht "ausreichend erforscht sind", solle man diese nicht ignorieren.

Hohe Dunkelziffer in Vorarlberg

Der "Modellregion" Vorarlberg attestiert Wagner eine "sehr hohe Dunkelziffer". Getestet werde viel, allerdings nur mit Antigentests. Einen deutlichen Anstieg der B117-Mutation zu verhindern, gelinge aber nicht mit den Antigentests, so Wagner.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea