Virologe: Lockdown wird wahrscheinlich auch nach 24. Jänner andauern

13. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Angesichts der hoch ansteckenden britischen Virus-Variante zweifelt Virologe Norbert Nowotny im PULS 24 Interview stark am 24. Jänner als Ende des Lockdowns.

Bis zu 60 Prozent ansteckender ist die britische Variante B.1.1.7 des Coronavirus SARS-CoV-2. Nachdem nun in mehreren Bundesländern Infektionsherde mit der hochansteckenden Mutation entdeckt wurden, sieht der Virologe Norbert Nowotny von der VetMedUni Wien schwarz für ein Lockdown-Ende mit 24. Jänner.

Derzeit verlaufe die Entwicklung bei den Infiziertenzahlen trotz harten Lockdowns nicht nach unten sondern seitwärts. Schuld daran ist laut Nowotny auch, dass sich in manchen Regionen die Menschen deutlich weniger an die Corona-Sicherheitsmaßnahmen halten. Daten von Mobilfunkbetreibern würden zeigen, dass es rund 20 Prozent mehr Bewegung und damit Interaktion und Ansteckungsgefahr gebe als noch beim ersten Lockdown. Dies sei allerdings regional verschieden. In Wien würden sich die Menschen an die Maßnahmen halten, in Salzburg vergleichsweise weniger.

 

Schulöffnung aus epidemiologischer Sicht "gefährlich"

Angesichts dessen meint Nowotny: "Ich fürchte, es wird am 24. (Jänner) wahrscheinlich nicht wieder aufgesperrt werden." Auch eine Schulöffnung sei angesichts der britischen Variante fraglich. Die Frage, ob man den Präsenzunterricht wieder aufnehmen solle, sei eine komplizierte, so der Virologe. Vom wirtschaftlichen und dem Bildungsstandpunkt sei es "natürlich gar keine Frage, dass die Schulen öffnen müssten", sagte er. "Nur: Vom virologischen oder epidemiologischen (Standpunkt) ist das gefährlich", warnte Nowotny.

Wirklich Abhilfe könne nur die Impfung schaffen. Diese sei zwar inzwischen angelaufen, "aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit".

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Quelle: Redaktion / hos