APA - Austria Presse Agentur

Vier weitere Corona-Fälle in Flüchtlingslager im Libanon

24. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Die Zahl der positiv auf das neuartige Coronavirus getesteten Bewohner eines Lagers für palästinensische Flüchtlinge im Libanon hat sich auf fünf erhöht. Seit dem Auftreten einer ersten Infektion seien vier weitere Bewohner positiv getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut am Donnerstag mit. Bei allen Betroffenen handelt es sich demnach um Mitglieder desselben Haushalts.

Die Zahl der positiv auf das neuartige Coronavirus getesteten Bewohner eines Lagers für palästinensische Flüchtlinge im Libanon hat sich auf fünf erhöht. Seit dem Auftreten einer ersten Infektion seien vier weitere Bewohner positiv getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut am Donnerstag mit. Bei allen Betroffenen handelt es sich demnach um Mitglieder desselben Haushalts.

Vor wenigen Tagen war in dem Lager von Wavel bei der Stadt Baalbek eine Palästinenserin positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Sie wurde mit Symptomen in das staatliche Rafic-Hariri-Krankenhaus in Beirut gebracht. Auch "vier Mitglieder ihres unmittelbaren Haushalts" seien betroffen, teilte Krankenhauschef Firas Abiad im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur NNA besuchten Gesundheitsexperten am Mittwoch das Flüchtlingslager, um Coronavirus-Tests an den Kontaktpersonen der ersten Corona-Patientin sowie an 50 zufällig ausgewählten weiteren Lagerbewohnern vorzunehmen. Dabei seien bis auf die vier positiven Fälle im Haushalt der Frau alle Tests negativ verlaufen.

Laut NNA wurde das Lager abgeriegelt. Niemand dürfe das Flüchtlingscamp erlassen oder betreten. Einer offiziellen Statistik aus dem Jahr 2017 zufolge leben im Lager von Wavel mehr als 2.000 Menschen. Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) schätzt die tatsächliche Zahl der Bewohner jedoch deutlich höher ein.

Im Libanon leben nach offiziellen Angaben mehr als 174.000 Palästinenser. Hinzu kommen rund 1,5 Millionen Syrer, die vor den Kämpfen in ihrem Heimatland geflohen sind. Viele der Flüchtlinge leben in überfüllten Lagern mit schlechter Gesundheitsversorgung und unter miserablen hygienischen Bedingungen. Hilfsorganisationen warnen deshalb vor einer Katastrophe, sollte sich das neuartige Coronavirus dort stark ausbreiten.

Insgesamt wurden im Libanon bisher 688 Coronavirus-Infektionsfälle verzeichnet, 22 Menschen starben.

Quelle: Agenturen