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Pakistan zu baldiger Ausrichtung von Iran-Gesprächen bereit

Heute, 17:25 · Lesedauer 3 min

Pakistan hat sich bereiterklärt, in den kommenden Tagen Gespräche zwischen den USA und dem Iran auszurichten. Das teilte der pakistanische Außenminister, Ishaq Dar, Sonntagabend mit. "Pakistan wird es als Ehre empfinden, in den kommenden Tagen bedeutsame Gespräche zwischen den beiden Seiten auszurichten und zu ermöglichen, um eine umfassende und dauerhafte Beilegung des andauernden Konflikts zu erreichen", hieß es. Zuvor waren gegenseitige Attacken weitergegangen.

Pakistan sei sehr erfreut darüber, dass sowohl der Iran als auch die USA ihr Vertrauen in Pakistan als Vermittler bei diesen Gesprächen zum Ausdruck gebracht hätten. Auch China unterstütze uneingeschränkt Pakistans Initiative, Gespräche zwischen dem Iran und den USA zu veranstalten, hieß es weiter.

Davor hatte Dar die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei zu Gesprächen über den Iran-Krieg in Islamabad empfangen. Dazu hieß es von Dar, man habe sehr ausführlich über die aktuelle Lage in der Region gesprochen. Man habe zudem mögliche Wege zu einem baldigen und dauerhaften Ende des Krieges in der Region erörtert.

Zuvor hatte es weiterhin gegenseitige Attacken gegeben. Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel wurden rund um die Wüstenstadt Beersheba im Süden des Landes mehrere Menschen verletzt. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete Sonntagnachmittag elf Verletzte durch von Druckwellen umhergeschleuderte Gegenstände. Im Süden Israels gab es mehrfach Raketenalarm, in vielen Gegenden heulten Sirenen. Auch die Golfstaaten melden weitere Angriffe Teherans.

Nach einem Raketenangriff ebenfalls Sonntagnachmittag brach außerhalb von Beersheba zudem ein großer Brand in einer Chemiefabrik aus. Auf Fernsehbildern war eine riesige Rauchwolke zu sehen. Kurzzeitig bestand die Sorge, dass bei dem Brand gefährliche Stoffe austreten und eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Das israelische Umweltministerium gab jedoch nach Untersuchungen Entwarnung.

Attacken auch am Golf

Die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere regionale Nachbarn am Golf standen unterdessen weiter unter Beschuss durch den Iran. Die Flugabwehr habe am Sonntag 16 Raketen und 42 Drohnen abgefangen, meldete das emiratische Verteidigungsministerium. Seit Beginn des Kriegs vor vier Wochen habe das Land iranische Angriffe mit mehr als 410 Raketen, 1.900 Drohnen und 15 Marschflugkörpern abgewehrt. Bisher wurden elf Menschen getötet, darunter zwei Soldaten, und rund 180 weitere verletzt.

Die Streitkräfte im kleinen Golfstaat Bahrain teilten mit, dass dort bisher 170 Raketen und 390 Drohnen abgewehrt wurden. In Bahrain wie auch in Kuwait ertönten am Sonntag wieder die Warnsirenen wegen der laufenden Angriffe, mit denen der Iran auf Militärschläge der USA und Israels reagiert.

In Kuwait wurden bei einem Angriff auf einen Armeestützpunkt zehn Soldaten verletzt. Die Armee berichtete von 14 "feindlichen" Raketen und zwölf Drohnen im kuwaitischen Luftraum innerhalb von 24 Stunden.

Auch Saudi-Arabien wehrt weiterhin Angriffe ab. In der Nacht auf Sonntag und in der Früh seien zehn Drohnen abgefangen und zerstört worden, teilte das saudische Verteidigungsministerium mit.

Zusammenfassung
  • Pakistan wird in den kommenden Tagen Gespräche zwischen den USA und dem Iran ausrichten, unterstützt von China und mit dem Ziel einer dauerhaften Lösung des aktuellen Konflikts.
  • Die Vereinigten Arabischen Emirate haben seit Beginn des Kriegs vor vier Wochen über 410 Raketen, 1.900 Drohnen und 15 Marschflugkörper aus dem Iran abgewehrt, wobei elf Menschen getötet und rund 180 verletzt wurden.
  • Bei iranischen Raketenangriffen auf Israel wurden elf Menschen verletzt, in der Nähe von Beersheba kam es zu einem Großbrand in einer Chemiefabrik, und auch Golfstaaten wie Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien mussten zahlreiche Angriffe abwehren.