US-Energieminister trifft Venezuelas Präsidentin in Caracas
Wrights Besuch zielt nach Angaben seines Ministeriums darauf ab, Wohlstand und Sicherheit für Venezuela, die USA und die gesamte "westliche Hemisphäre" voranzutreiben. Mit dem Begriff ist meist der Doppelkontinent Amerika samt umliegender Inseln gemeint. Trump benutzte ihn zuletzt mehrfach, um den Anspruch seines Landes auf die Vorherrschaft auf dem amerikanischen Doppelkontinent zu bekräftigen.
Der US-Energieminister kündigte zudem an, eine "drastische Steigerung" der Ölproduktion in dem Land voranzutreiben. Ein Anstieg der venezolanischen Produktion von Öl, Erdgas und Strom werde die Lebensqualität "aller Venezolaner im ganzen Land" verbessern. Präsident Trump setze alles daran, "die Amerikas wieder großartig zu machen", fügte Wright in Anspielung auf den Slogan von Trumps MAGA-Bewegung (Make America Great Again, Macht Amerika wieder großartig).
Das Erdöl-Embargo der USA gegenüber Venezuela bezeichnete Wright als "im Prinzip beendet". Der US-Energieminister sprach zudem von einem "Wendepunkt" in den Beziehungen zwischen Washington und Caracas.
US-Spezialeinheiten hatten Anfang Jänner den autoritären Staatschef Nicolás Maduro in Caracas gefangen genommen und nach New York gebracht, wo ihm wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden soll. Seitdem wird das Land von Rodríguez regiert, die zuvor Maduros Vizepräsidentin war. Trump hat sich positiv über die Übergangspräsidentin geäußert. Nach Maduros Gefangennahme war sie vom Obersten Gericht Venezuelas zu dessen vorläufiger Nachfolgerin ernannt worden.
Fokus Öl
Rodríguez hat es den USA seither erlaubt, venezolanisches Öl zu verkaufen. Zudem erleichterte sie ausländische Investitionen und ließ politische Gefangene frei. Washington lockerte seinerseits die Sanktionen gegen venezolanisches Öl.
Neben Rodríguez soll Wright in Venezuela seinem Ministerium zufolge auch Wirtschaftsvertreter wichtiger Sektoren treffen und einige Ölfelder des Landes besuchen.
Venezuelas Parlament hatte jüngst eine Gesetzesinitiative zur Stärkung der Ölindustrie gebilligt. Die Reform ermöglicht zusätzliche ausländische Investitionen in den Energiesektor.
Auch Trump plädierte für Investitionen in Milliardenhöhe, um die marode Infrastruktur zur Ölförderung wieder aufzubauen. Allerdings erhebt er auch Anspruch auf das Öl des südamerikanischen Landes. Er begründet das mit der Enteignung von US-Energiekonzernen bei der Verstaatlichung der venezolanischen Öl-Industrie in den 1970er Jahren. Vergangenen Monat hatte er zudem angedeutet, die USA könnten Venezuela - insbesondere mit Blick auf den Ausbau der Öl-Infrastruktur - noch über Jahre hinweg beaufsichtigen.
Zusammenfassung
- US-Energieminister Chris Wright traf in Caracas die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez und kündigte eine "drastische Steigerung" der venezolanischen Ölproduktion an.
- Das US-Erdöl-Embargo gegenüber Venezuela ist laut Wright "im Prinzip beendet", und Washington hat die Sanktionen gegen venezolanisches Öl gelockert.
- Seit der Festnahme von Nicolás Maduro im Jänner regiert Rodríguez, hat politische Gefangene freigelassen und erlaubt den USA, venezolanisches Öl zu verkaufen.
