APA - Austria Presse Agentur

Unterschiedliche Gefühle anlässlich 46 Jahre Teilung Zyperns

20. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Auf der Mittelmeerinsel Zypern haben die Menschen am Montag an die Teilung vor 46 Jahren mit ganz unterschiedlichen Gefühlen und Veranstaltungen gedacht. Im griechisch-zypriotischen Süden heulten am frühen Morgen die Sirenen des Zivilschutzes. Damit wurde der Opfer der türkischen Militärintervention vom 20. Juli 1974 gedacht.

Der türkisch-zypriotische Norden feierte dagegen den Jahrestag der türkischen Intervention mit einer Parade in der geteilten Hauptstadt Nikosia, berichteten der griechisch-zypriotische und der türkisch-zypriotische Rundfunk (RIK und BRT).

Im Norden wird die Militärintervention von 1974 als "Friedensaktion" bezeichnet. Fünf Tage vor der türkischen Intervention hatten griechisch-zypriotische Nationalgardisten mit dem Ziel geputscht, die Insel mit Griechenland zu vereinigen. Die Türkei besetzte damals den Nordteil der Insel und siedelte im Anschluss mehr als 100.000 Türken vom Festland dort an. Nach griechisch-zypriotischen Angaben wurden zudem 162.000 Griechen gewaltsam aus dem Norden vertrieben.

Die Vereinten Nationen (UNO) bemühen sich - bisher ohne Erfolg - um eine Lösung des Zypernkonflikts. Ziel ist die Bildung einer Föderation zweier politisch gleichberechtigter Länder - eines griechisch-zypriotischen im Süden und eines türkisch-zypriotischen im Norden. Der Konflikt wird derzeit durch Streitigkeiten zwischen Nikosia und Ankara um Erdgasvorkommen vor der Mittelmeerinsel weiter angeheizt. Ein türkisches Bohrschiff sucht vor Zypern ohne die Genehmigung der von der UNO anerkannten Regierung nach Erdgas. Die EU hat dies wiederholt kritisiert.

Zypern ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Regelwerk und EU-Recht gelten aber nur im griechisch-zypriotischen Süden.

Quelle: Agenturen