UNIFIL-Soldat bei Explosion im Südlibanon getötet
Die im Libanon stationierten UNO-Soldaten sollen den Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon überwachen in einem Gebiet, das im Zentrum der Zusammenstöße zwischen israelischen Truppen und von Iran unterstützten Hisbollah-Kämpfern steht.
Die Mission, die Ende 2026 eingestellt werden soll, geriet in den letzten Jahren immer wieder ins Kreuzfeuer sowohl Israels als auch der Hisbollah. Jüngste Vorfälle haben die Risiken deutlich gemacht.
Der UNIFIL-Truppe gehören auch 171 Soldatinnen und Soldaten des österreichischen Bundesheeres an. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hatte die Lage im Libanon unlängst im Hauptausschuss des Nationalrates als "sehr Besorgnis erregend" bezeichnet. "Für unsere Soldaten, die sich dort befinden, ist das alles andere als unkritisch", sagte Stocker.
Am 6. März teilten die ghanaischen Streitkräfte mit, dass das Hauptquartier ihres UNO-Friedenssicherungsbataillons im Libanon von Raketenangriffen getroffen wurde, wobei zwei Soldaten schwer verletzt wurden.
Das israelische Militär räumte später ein, dass sein Panzerfeuer an diesem Tag eine UNO-Stellung im Südlibanon getroffen und die ghanaischen Friedenstruppen verwundet hatte. Das Militär erklärte, seine Truppen hätten auf Panzerabwehrraketen der Hisbollah reagiert, durch die zwei seiner Soldaten leicht verletzt worden seien.
"Wir rufen erneut alle Akteure dazu auf, ihren Verpflichtungen nach dem Völkerrecht nachzukommen und die Sicherheit des UNO-Personals und des UNO-Eigentums jederzeit zu gewährleisten, unter anderem durch den Verzicht auf Handlungen, die Friedenstruppen in Gefahr bringen könnten", erklärte die UNIFIL.
Hisbollah griff am 2. März aus Solidarität mit dem Iran Israel an
Der Libanon wurde in den Krieg im Nahen Osten hineingezogen, als die Hisbollah am 2. März aus Solidarität mit Teheran Raketen auf Israel abfeuerte, zwei Tage nachdem der Iran von Israel und den Vereinigten Staaten angegriffen worden war. Der Angriff der Hisbollah löste eine neue israelische Offensive gegen die Gruppe aus.
Zusammenfassung
- Ein UNIFIL-Soldat wurde bei einer Explosion nahe dem südlibanesischen Dorf Adchit al-Qusayr getötet und ein weiterer schwer verletzt, wobei die Herkunft des Geschosses bislang unklar ist.
- Derzeit sind 171 österreichische Soldaten Teil der UNIFIL-Mission, die den Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon überwacht und immer wieder ins Kreuzfeuer zwischen israelischen Truppen und Hisbollah gerät.
- Am 6. März wurden zwei ghanaische UN-Soldaten bei einem Raketenangriff schwer verletzt, nachdem das israelische Militär versehentlich eine UNO-Stellung getroffen hatte.
