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UNHCR-Chef: Starker Anstieg von Flüchtlingen im Vorjahr

09. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Die Zahl der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen (IDPs) weltweit ist im vergangenen Jahr stark angestiegen. 90 Prozent dieser Personen würden sich in Ländern mit niedrigem oder mittleren Einkommen aufhalten, erklärte der Chef des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Filippo Grandi, am Dienstag am Rande eines Webinars.

Die Zahl der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen (IDPs) weltweit ist im vergangenen Jahr stark angestiegen. 90 Prozent dieser Personen würden sich in Ländern mit niedrigem oder mittleren Einkommen aufhalten, erklärte der Chef des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Filippo Grandi, am Dienstag am Rande eines Webinars.

Derzeit gebe es "weit über" 70 Millionen Flüchtlinge und IDPs (Internally Displaced Persons/IDPs), sagte Grandi. Die genaue Zahl werde erst anlässlich des Weltflüchtlingstages kommende Woche (20. Juni) veröffentlicht. "Ich darf Ihnen die genaue Zahl also noch nicht nennen. Aber ich kann Ihnen sagen, dass es einen erheblichen Anstieg gegeben hat", teilte der UNHCR-Chef bei einer von dem Wiener ThinkTank ICMPD (International Centre for Migration Policy Development) und des Antalya Diplomacy Forum organisierten Veranstaltung mit.

Auch im Jahr davor war die Zahl der Menschen, die sich auf der Flucht befinden, um 2,3 Millionen auf 70,8 Millionen angestiegen. 2018 lebten laut dem "Global Trends Report" der UNO 80 Prozent der Geflüchteten in sogenannten Entwicklungsländern.

2020 könnte sich die Situation weiter verschärfen. Zwar gebe es in den Aufnahmeländern noch keinen Gesundheitsnotstand, vielerorts sei man aber schon mit einem "existenziellen Notstand" konfrontiert, warnte Grandi. Unter den Geflüchteten befänden sich viele Tagelöhner und solche, die im informellen Sektor arbeiten bzw. Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen. Diese seien von der Coronakrise besonders betroffen. "Wir sehen schon jetzt, dass die Zahl der in Armut lebenden Menschen während des Lockdowns sehr stark zugenommen hat", so Grandi.

Quelle: Agenturen