Ungarns Außenminister: Energieversorgung "darf nicht gefährdet werden"

14. Juli 2022 · Lesedauer 3 min

Im Newsroom LIVE erklärt Ungarns Außenminister Péter Szijjártó von der Fidesz-Partei, dass er weitere Sanktionen im Zuge der russischen Invasion der Ukraine für nicht zielführend hält. Im Zuge des neuen Atomkraftwerks in Ungarn hat er volles Vertrauen in die ungarischen Behörden.

Im Gespräch mit PULS 24 versichert der ungarische Außenminister Péter Szijjártó, dass sein Land auch weiterhin alle geflüchteten Menschen aus der Ukraine aufnehmen werde "solange es nötig ist". Der Minister betont, dass Ungarn seit Ausbruch der russischen Invasion in der Ukraine die "bisher größte humanitäre Hilfsaktion unserer Geschichte" durchführe.

Sanktionen gegen Energie 

Angesprochen auf die seit kurzer Zeit vermehrt aufkommenden Aussagen hoher ungarischer Politiker:innnen (unter anderem Regierungschef Viktor Orban), welche weitere Sanktionen gegenüber dem Aggressor Russland negativ gegenüberstehen bzw. die bestehenden sogar abschaffen wollen, antwortet Szijjártó ausweichend.

Man habe bisher alle sechs Sanktionspakete mitgetragen und dafür gestimmt, erklärt der Außenminister. Allerdings habe man als Ungarn "immer schon eine Grenze" definiert, welche man nicht überschreiten wollte. Das betreffe die Sicherheit der Energieversorgung. Diese "darf nicht gefährdet werden".

Friedensgespräche - nur wie? 

Szijjártó findet außerdem, dass man sich nun mehr "darauf konzentrieren" solle, "was Frieden bringt". Für den Minister sind dies Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Es brauche hierfür einen sofortigen Waffenstillstand und ernsthafte Friedensgespräche.

Wie genau man die Russische Föderation sowie Machthaber Wladimir Putin dazu bringen könnte, beantwortete Szijjártó allerdings nicht. Außerdem sei er auch "kein Ukrainer", weswegen er auch keine "Bedingungen eines möglichen Friedensabkommens" definieren wolle.

Atomkraft für Energieunabhängigkeit 

Auch zu dem neuen Atomkraftwerk, welches Ungarn mithilfe eines russischen Kredits erbauen lässt, wollte der Außenminister nicht ins Detail gehen. Es gäbe hier zwar unterschiedliche Auffassungen zwischen "österreichischen Experten" sowie "ungarischen Behörden", ob das neue Kraftwerk nun in einer Erdbebenzone stehen würde, oder nicht. Er selbst sei allerdings "kein Fachmann" in diesem Gebiet" und vertraue daher auf die zuständige ungarische Behörde. Diese hält den Ort als "geeignet". Des Weiteren würde sich in dem Gebiet bereits ein bestehendes Kraftwerk befinden, erinnert der Minister.

Das ungarische Atomprogramm möchte der Außenminister auch weiterhin ausbauen. Dies sei ein wichtiger Schritt Richtung Energieunabhängigkeit. Er kann auch gut mit der europäischen Diskussion darüber leben, ob man Kernkraft nutzen solle, oder eben nicht. Die Entscheidung des EU-Parlaments, Kernkraft als nachhaltige Energie einzustufen, hat Szijjártó allerdings erfreut.

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj