Ukrainischer Gouverneur: "Wollen nicht zurück in sowjetisch-russisches Gefängnis"

23. März 2022 · Lesedauer 2 min

Der Gouverneur der ukrainischen Oblast Czernowitz, Serhiy Osachuk, spricht im Newsroom LIVE Spezial davon, dass in der Ukraine jede Region vom Krieg betroffen wäre. Für Osachuk ist die "Friedensdiplomatie" des Westens gescheitert - er fordert aktive Unterstützung der NATO.

"Tatsächlich gibt es in der Ukraine keine einzige Region, die von dem Krieg nicht betroffen wäre", meint Gouverneur Osachuk auf die Frage, wie seine Oblast Czernowitz in der Westukraine von den Kampfhandlungen betroffen ist. So seien zahlreiche Ukrainerinnen und Ukrainer aus allen Regionen "im Kampf" an der Front und viele Gebiete nehmen flüchtende Zivilisten auf.

In seiner Oblast wurden bereits 60.000 Menschen aufgenommen und versorgt – darunter ungefähr 20.000 Kinder. Der Gouverneur betont im Interview mit PULS 24, dass "ein großer Teil" der ukrainischen Bevölkerung "zuhause, auf halbwegs sicherem Territorium" bleibt, nicht alle würden ins Ausland fliehen.

"Taktik des Vernichtungskrieges"

Osachuk sieht es allerdings nicht nur als seine Aufgabe die geflüchteten Zivilisten zu versorgen und "humanitäre Hilfe" zu leisten. Man leiste auch "logistische Hilfe" für die Armee. "Die einzige Möglichkeit die Russen zu verjagen ist die ukrainische Armee", meint der Gouverneur. Die ganze Welt würde sehen, dass die Ukraine "durchhält" und "dem Terroristen aus Russland auch eine gebührende Antwort" gibt.

Für den Gouverneur sieht die ganze Welt "die Taktik des Vernichtungskrieges". Die Menschen in der Ukraine würden das spüren, denn "jeden Tag verlieren wir unsere Menschen". Osachuk vergleicht die Situation in seinem Land mit einem Genozid und zieht Vergleiche mit dem Zweiten Weltkrieg – er spricht davon, dass "Fotos, die man nur aus Geschichtsbüchern kennt" nun die Realität der Ukrainerinnen und Ukrainer seien. "Die russischen Besatzungstruppen benehmen sich wie die schlimmsten SS-Einheiten", erklärt der Gouverneur.

"Feige Ausreden"

Osachuk fordert die NATO-Staaten deswegen dazu auf "effektiv " Hilfe zu leisten. Die Unterstützung ist zu wenig – "feige Ausreden vom deutschen Bundeskanzler werden diesen Krieg nicht stoppen", so der Gouverneur. Für ihn ist die "Politik der Friedensdiplomatie" gescheitert. Die Ukraine brauche nun "Abwehrsysteme gegen Putins Raketen". Ansonsten, so Osachuk, wird von der Ukraine "wenig bleiben".

"Wir wollen nicht zurück in das sowjetisch-russische Gefängnis – das Reich in Putins Kopf", so Gouverneur Osachuk.

Jan ForoboskoQuelle: Redaktion / foj