APA - Austria Presse Agentur

Über 1.000 Soldaten auf französischem Flugzeugträger positiv

17. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Mehr als tausend Soldaten haben sich bei einem Coronavirus-Ausbruch auf dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" infiziert. Mehr als 2.000 Militärs, die auf dem Flugzeugträger oder ihren Begleitschiffen unterwegs waren, seien getestet worden, sagte die französische Verteidigungsministerin Florence Parly am Freitag.

Mehr als tausend Soldaten haben sich bei einem Coronavirus-Ausbruch auf dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" infiziert. Mehr als 2.000 Militärs, die auf dem Flugzeugträger oder ihren Begleitschiffen unterwegs waren, seien getestet worden, sagte die französische Verteidigungsministerin Florence Parly am Freitag.

Einige warten immer noch auf ihre Testergebnisse, die Zahl könnte also noch steigen. Bisher gebe es 1.041 positive Tests; mehr als 500 Militärs hätten Symptome, 24 seien im Krankenhaus, einer von ihnen werde auf der Intensivstation behandelt, sagte die Ministerin.

Das riesige Kriegsschiff war Ostersonntag im südfranzösischen Hafen Toulon eingelaufen, nachdem an Bord Dutzende Infektionen bestätigt worden waren. Die Soldaten wurden in Toulon und Umgebung für zwei Wochen isoliert. Der Ursprung der Kontamination ist weiter offen.

Die Besatzung hatte nach einem Zwischenstopp in Brest Mitte März keinen externen Kontakt mehr. Bei der Entscheidung, diesen Zwischenstopp beizubehalten, sei das Wissen über das Virus begrenzter als heute gewesen, sagte Parly. "Die während dieses Zwischenstopps geplanten Aktivitäten und insbesondere die Ankunft der Familien an Bord wurden abgesagt." Auf der anderen Seite hätten die Soldaten ihre Familien an Land sehen können. "Es wurden Vorkehrungen getroffen, um die Risiken während dieser Ausflüge zu begrenzen."

Nach dem Coronavirus-Ausbruch wurde Kritik an den Bedingungen auf dem Schiff laut. Nach Angaben des Investigativportals Mediapart wurde der erste Fall auf dem Schiff Anfang April bekannt. Mediapart berichtete unter Berufung auf Matrosen, dass Vorsichtsmaßnahmen nach dem Halt in Brest zu früh gelockert worden seien. "Die Armee hat mit unserem Leben gespielt", zitierte der Sender France Bleu einen Matrosen, der anonym bleiben wollte. Ihm zufolge haben bereits in Brest Besatzungsmitglieder Symptome gezeigt. Parly betonte, es sei zur Zeit unklar, ob das Virus bereits vor dem Aufenthalt in Brest an Bord gewesen sei. Es werde untersucht, wie die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten wurden.

Quelle: Agenturen