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Türkei macht Kurden für Istanbul-Anschlag verantwortlich

14. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

In Zusammenhang mit dem Bombenanschlag in Istanbul hat die Polizei 46 Personen festgenommen. Darunter sei auch ein Syrerin, die die Bombe platziert haben soll, teilte die Polizei am Montag mit.

Bei einer ersten Befragung habe sie angegeben, von militanten Kurden in Syrien ausgebildet worden zu sein. Sie sei über die nordsyrische Region Afrin in die Türkei gereist. Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK bestritt türkische Vermutungen, sie sei in den Anschlag verwickelt. 

PKK bestreitet Verwicklung in Anschlag

Sie nehme keine Zivilisten ins Visier, teilte die PKK mit, die seit Jahrzehnten für mehr Autonomie der Kurden kämpft und nicht nur von der Türkei sondern auch von der Europäischen Union und den USA als Terror-Organisation eingestuft wird. Die türkische Regierung hatte zuvor militante Kurden aus Syrien für den Bombenanschlag am Sonntag verantwortlich gemacht. Der Befehl für den Anschlag sei aus der nordsyrischen Stadt Kobani gekommen, sagte Innenminister Süleyman Soylu.

Dort sind die türkischen Streitkräfte in den vergangenen Jahren mehrfach gegen die syrisch-kurdische Miliz YPG vorgegangen, die von der Regierung in Ankara als Terror-Organisation und Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK angesehen wird. Die Person, die mutmaßlich die Bombe in der Istanbuler Einkaufsstraße Istiklal gelegt haben soll, sei zudem durch die nordsyrische Region Afrin gereist, sagte Soylu. Im Fernsehen wurden Bilder gezeigt, wie offenbar eine Frau ein Paket am Tatort ablegte.

Sechs Tote bei Anschlag auf Einkaufsstraße

Bei dem Anschlag in der belebten Einkaufsstraße in der Bosporus-Metropole waren am Sonntag sechs Menschen getötet und mehr als 80 Menschen verletzt worden. 31 Verletzte wurden den Behörden zufolge am Montag noch im Krankenhaus behandelt, zwei von ihnen befanden sich demnach in kritischem Zustand.

Istanbul und andere türkische Städte waren in der Vergangenheit wiederholt von politisch motivierten Anschlägen militanter kurdischer und auch islamistischer Gruppen wie etwa der ebenfalls in Syrien aktiven Extremisten-Miliz IS erschüttert worden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz