Trump warnt in Nominierungsrede vor Zerstörung der USA

28. Aug 2020 · Lesedauer 3 min

Donald Trump hat zum Finale des Parteitags der Republikaner offiziell die Nominierung seiner Partei angenommen. Seine Rede war eine Mischung aus Eigenlob und Angriffen auf Joe Biden.

Drei Tage lang hatten die Republikaner auf diesen Moment hingearbeitet. Am Donnerstag (Ortszeit) ging ihr Parteitag mit einer Rede von US-Präsident Donald Trump auf dem Südrasen des Weißen Hauses zu Ende.

Darin nahm Trump offiziell die Nominierung seiner Partei als Kandidat für die Präsidentschaftswahl am 3. November an. "Mit einem Herzen voller Dankbarkeit nehme ich heute Abend diese Nominierung für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten an", sagte er am Donnerstagabend.

PULS 24-Chefredakteur mit einer Analyse der Nominierungsrede von US-Präsident Donald Trump.

Frontalangriff gegen Biden

Trump nutzte seine Abschlussrede zu einem Frontalangriff gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden. Ein Sieg Bidens würde die Krisen, die den USA zu schaffen machten, nur noch verschlimmern, sagte Trump am Donnerstagabend vor der angestrahlten Fassade des Weißen Hauses.

Er stilisierte die Wahl zu einem Kampf zwischen zwei Visionen hoch. "Zu keinem Zeitpunkt zuvor standen die Wähler vor einer klareren Wahl zwischen zwei Parteien, zwei Visionen, zwei Philosophien oder zwei Agendas", sagte Trump. Die Wahl werde darüber entscheiden, "ob wir den amerikanischen Traum retten oder ob wir zulassen, dass eine sozialistische Agenda unser geliebtes Schicksal zerstört".

Demokraten werfen Trump Versagen in Corona-Krise vor

Vor Trumps Auftritt hatten sich der demokratische Herausforderer Joe Biden und seine Vizekandidatin Kamala Harris mit klaren Worten über den bisherigen Kurs des Landes geäußert - und dem Amtsinhaber ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt.

"Anstatt sich dem schwierigsten Moment seiner Präsidentschaft zu stellen, ist Donald Trump erstarrt", sagte Harris. "Es hätte nicht so schlimm kommen müssen", so Harris weiter. Andere Länder hätten viel konsequenter auf den Ausbruch des Virus reagiert. Harris: "Alles, was wir gebraucht hätten, ist ein kompetenter Präsident."

Missachtung der Corona-Regeln

Kaum war Harris' Rede ausgestrahlt worden, zeigten erste Livebilder von der Veranstaltung auf dem Gelände des Weißen Hauses eine klare Missachtung der Corona-Regeln. Die Stühle für die rund 1.500 Gäste bei Trumps Rede standen dicht an dicht. Die allermeisten Gäste trugen keine Schutzmasken. Einige schüttelten in der dicht gedrängten Menge vor Beginn der Veranstaltung Hände.

Kritiker warfen Trump bereits im Vorfeld deswegen vor, mit dem Traditionsbruch das historische Gelände für einen parteipolitischen Wahlkampfauftritt als Machtsymbol zu missbrauchen. Er hatte bereits zuvor an den anderen drei Tagen der Parteiversammlung gesprochen und damit mit der Tradition gebrochen, nach der sich der Kandidat bis zu seiner Dankesrede in der letzten Nacht des Konvents zurückhält.

Trump: Kein Präsident hat so viel für Afroamerikaner getan

In seiner Nominierungsrede behauptete Trump, dass er außergewöhnlich viel für das schwarze Amerika geleistet habe. "Ich sage mit großer Bescheidenheit, dass ich mehr für die afroamerikanische Community getan habe als jeder Präsident seit Abraham Lincoln", sagte Trump.

Unter dem Republikaner Lincoln als Präsidenten wurde vom Kongress der 13. Zusatz zur US-Verfassung angenommen, mit dem die Sklaverei in den USA abgeschafft wurde.

Trump wirbt damit, dass die Arbeitslosenquote auch unter Afroamerikanern vor der Corona-Pandemie auf ein historisches Tief gesunken war. Zudem stellte er die Finanzierung von historisch schwarzen Universitäten sicher. Seine Justizreform führte zur Freilassung zahlreicher schwarzer Häftlinge.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb