APA - Austria Presse Agentur

Trotz neuer Teststrategie: Langes Warten auf Testergebnis in Wien

02. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

Mehr Personal und Gurgeltests sollten die Wartezeiten auf das Corona-Testergebnis in Wien verkürzen. Die Realität sieht anders aus.

Eine Minute lang eine Kochsalzlösung gurgeln, dann wird die Flüssigkeit in ein Röhrchen gespuckt und der Fahrradbote fährt mit der Probe davon. Die Prozedur dauert keine fünf Minuten. Die Stadt Wien hat vor einigen Wochen ihre die Teststrategie umgestellt, nachdem sie in Kritik stand, weil viele Menschen mehrere Tage auf ihr Testergebnis warten mussten. 

Die Gurgeltests sind, neben Teststraßen und den sogenannten "Cluster-Buster-Bussen", die Schnelltests an Wiens Schulen durchführen, ein Teil der neuen Strategie. Viele Betroffene berichten aber noch immer von langen Wartezeiten.

Bis zu sieben Tage Wartezeit

Bis zu 48 Stunden könne es dauern, bis der Befund vorliegt, heißt es auf der Homepage der Stadt Wien. Betroffene berichten allerdings von bis zu sieben Tagen zwischen Testabnahme und dem Erhalt des Befunds. "Wir bemühen uns, das so schnell wie möglich zu schaffen", sagt Corina Had, Sprecherin der Stadt Wien gegenüber PULS 24. Derzeit komme es zu langen Wartezeiten, weil die Fälle stark ansteigen würden. "Wir sind dran, dass wir so rasch wie möglich die Befunde übermitteln", sagt Had.

Während die Betroffenen auf ihr Testergebnis warten, wird ihnen dringend nahegelegt, sich in Selbstisolation zu begeben. Had glaubt nicht, dass die langen Wartezeiten auf das Testergebnis eine abschreckende Wirkung haben. "Natürlich müssen wir hier alle Eigenverantwortung übernehmen", sagt sie.

Woran es liege, dass die Befundübermittlung in Wien länger dauert als in anderen Bundesländern konnte die Stadt Wien gegenüber PULS 24 nicht klarstellen. "Im Durchschnitt schaffen wir schon die 48 Stunden. Es kann in Einzelfällen länger sein", heißt es.

Checkboxen mit Schnelltests Ende dieser Woche

Die Stadt Wien stocke laufend Personal auf, zum Beispiel im Bereich des Contact-Tracing und der Gesundheitsbehörde MA 15, die für die Befunderstellung zuständig ist. 200 neue Mitarbeiter wurden bei der MA 15 bereits eingestellt. Weitere sollen folgen.

Ende der Woche sollen sogenannten "Checkboxen" an drei Standorten die Wiener Teststrategie ergänzen. In Favoriten, Ottakring und der Donaustadt können Wienerinnen und Wiener dann einen kostenlosen Corona-Schnelltest durchführen. Das Ergebnis erhalten sie binnen einer Stunde. Dort sollen auch Ärzte vor Ort sein, die eine medizinische Behandlung anbieten.  

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Soraya PechtlQuelle: Redaktion / spe