Transportökonom über Klimaticket: "Geld wäre woanders besser aufgehoben"

30. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Das Geld für das Klimaticket sei in anderen Bereichen besser aufgehoben, sagt Sebastian Kummer, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der WU Wien. Zudem helfe das Ticket dem "Klima überhaupt nicht", wie Kummer auf PULS 24 kritisiert.

"Das Geld wäre besser woanders aufgehoben", sagt Sebastian Kummer, Vorstand des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der WU Wien, zum österreichweiten Klimaticket. Das Angebot sei laut ihm zu zielgerichtet. "Wer sein Haus in Kärnten oder Kitzbühel hat und für die Arbeit fernpendelt, den muss man nicht unbedingt schützen", kritisiert Kummer auf PULS 24.

"Ticket hilft Klima überhaupt nicht"

Viele könnten das Angebot laut Kummer gar nicht nützten, da manche Gemeinden nicht ausreichenden an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden sind. Kritische Strecke, wie etwa die der Westbahn oder die Strecke St. Pölten – Wien seien ohne dies bereits überfüllt. Vielen Pendlern würde es daher laut dem Transportökonomen mehr nützen, wenn etwa die Frequentierung erhöht wird oder "attraktive Umsteigepunkte" etabliert werden.

PULS 24 hat in einem Lokalaugenschein nachgefragt, was die Österreicher und Österreicherinnen zum neuen Klimaticket sagen.

Zudem "hilft das Ticket dem Klima überhaupt nicht", kritisiert Kummer. Da er davon ausgeht, dass sich die Häufigkeit der Langstrecken erhöhen wird. Neben dem Ticket hätte es daher "gleichzeitig ein Investitionsprogramm in Fahrzeugen und dem Ausbau der Strecken" geben sollen.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea