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Tote Journalistin: UN-Sicherheitsrat für Untersuchung

14. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Nach dem Tod einer Journalistin im Westjordanland hat der UN-Sicherheitsrat eine Aufarbeitung des Falles gefordert.

"Die Mitglieder des Sicherheitsrates forderten eine sofortige, gründliche, transparente, faire und unparteiische Untersuchung ihrer Tötung und betonten die Notwendigkeit, Rechenschaft abzulegen", hieß es in einer Mitteilung des mächtigsten UN-Gremiums.

Zudem verurteilten die 15 Ratsmitglieder den Tod der US-Palästinenserin Shireen Abu Akleh "auf das Schärfste" und sprachen ihren Angehörigen ihr Beileid aus.

Erschossen im Westjordanland 

Shireen Abu Akleh vom katarischen TV-Sender Al-Jazeera war am Mittwoch im Westjordanland erschossen worden. Al-Jazeera beschuldigt israelische Sicherheitskräfte, die 51-Jährige vorsätzlich getötet zu haben. Nach Darstellung der israelischen Armee hatte es ein heftiges Feuergefecht mit Dutzenden militanten Palästinensern während einer Razzia gegeben - ersten Zwischenergebnissen ihrer eigenen Untersuchung zufolge sei es nicht möglich, "eindeutig" zu bestimmen, von wo der tödliche Schuss kam.

Gewalt bei Beerdigung 

Offenbare Gewalt israelischer Sicherheitskräfte gegen Teilnehmer bei Abu Aklehs Beerdigung hatte am Freitag international für Bestürzung gesorgt. Kritik kam unter anderem von den Vereinten Nationen, den USA sowie der Europäischen Union. Im Internet kursierende und von TV-Sendern ausgestrahlte Bilder schienen israelische Sicherheitskräfte zu zeigen, die unter anderem auf Menschen einprügeln, die einen Sarg tragen. Die Polizei sprach dagegen von Hunderten gewalttätigen Demonstranten, die unter anderem mit Steinwürfen für Unruhen gesorgt hätten.

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Die Palästinenser-Regierung setzt auf internationale Unterstützung bei den Ermittlungen. Die Beteiligung aller internationalen Gremien sei willkommen, erklärte der hochrangige Palästinenser-Vertreter Hussein al Sheikh am Samstag auf Twitter. Ein Angebot Israels, bei den Ermittlungen zu kooperieren, hatten die Palästinenser abgelehnt.

Berichterstattung über Razzia 

Die erfahrene Journalistin Abu Akleh war laut Al-Jazeera am Mittwoch bei der Berichterstattung über eine Razzia in Jenin ums Leben gekommen. Sie habe dabei eine Schutzweste getragen, die sie eindeutig als Journalistin ausgewiesen habe. Die palästinensischen Behörden sprechen von einer Ermordung durch israelische Einsatzkräfte. Israel hatte zunächst palästinensische Kämpfer für den Tod der Journalistin verantwortlich gemacht. Inzwischen räumen Vertreter der Regierung aber ein, dass die Reporterin durch israelischen Beschuss gestorben sein könnte.

Deutschland Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zeigte sich erschüttert über die Gewalt bei der Beerdigung der getöteten Reporterin in Jerusalem. Es sei traurig, "dass die Trauerfeier nicht in Frieden und in Würde stattfinden konnte. Ehrlich gesagt, persönlich gesagt, ich bin darüber zutiefst erschüttert", sagte Baerbock am Samstag auf eine Reporterfrage bei einer Pressekonferenz zum Abschluss eines G7-Treffens nahe dem Weißenhäuser Strand an der Ostsee.

Quelle: Agenturen / Redaktion