APA - Austria Presse Agentur

Tirols LH Platter will Omikron-Variante "sehr ernst" nehmen, aber keine "Panikmache"

30. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat sich am Dienstag bei einer Pressekonferenz gegen "Panikmache" im Zusammenhang mit der Omikron-Variante ausgesprochen.

Platter versicherte, dass man die Mutante "sehr ernst" nehme, fügte jedoch hinzu: "Panik machen müssen wir aber auch nicht." Zu den drei Omikron-Fällen vom Montag sind bis dato keine weiteren hinzugekommen. Die vier bisher ausstehenden Testergebnisse von Reiserückkehrern sind negativ, teilte das Land mit.

"Das Virus mutiert immer wieder, in verschiedene Richtungen", verwies Platter auf Erläuterungen der Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer. "Man muss sich anpassen", mutmaßte der Tiroler Landeshauptmann, dies seien aber wissenschaftliche Diskussionen, an denen er sich nicht beteiligen könne. Die Absonderung der drei betroffenen Personen im Bezirk Schwaz habe jedenfalls gut funktioniert. Platter sprach von "ordentlichen Maßnahmen".

31 Afrika-Rückkehrer in Tirol bekannt

Insgesamt seien den Behörden in Tirol derzeit weiterhin lediglich 31 Personen bekannt, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem südafrikanischen Land aufgehalten haben, informierte das Land in einer Aussendung. Reiserückkehrer, die in den vergangenen 14 Tagen aus den Ländern Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini zurückgekehrt sind, werden weiterhin aufgerufen, umgehend vorsorglich einen PCR-Test zu machen.

Einen Alleingang Tirols in Sachen Verlängerung eines Lockdowns schloss Platter indes aus: "Wir werden mit Sicherheit von Tirol aus nichts Eigenständiges tun." Stattdessen verwies er auf eine bundeseinheitliche Vorgehensweise. Zudem sei die Sieben-Tage-Inzidenz im Sinken begriffen, sie lag am Dienstag bei 1.197 und sei schon bei 1.350 gewesen, sagte er. "Aber wir sind immer noch nicht da, wo wir hinwollen", hielt er fest. Es gehe aber "in die richtige Richtung".

Problem bei Corona-Tests "in allen Bundesländern"

Platter ortete indes ein Problem bei der Durchführung von Corona-Tests, "in allen Bundesländern": "Die Kapazitäten sind sehr schwer erreichbar", gab Platter zu bedenken. Es sei einfach, in einer Verordnung etwas anzukündigen, für den Vollzug seien hingegen die Bundesländer verantwortlich. Die PCR-Test-Infrastruktur in Wien funktioniert allerdings seit Monaten reibungslos.

Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes des Landes, berichtete von einer "entsprechenden Anzahl von Testkits", die am Weg nach Tirol sei. Letzte Vertragsdetails mit Partnern und logistische Prozesse würden derzeit abgestimmt. Er sei guter Dinge, dass die PCR-Selbsttestprozesse "bis Ende des Lockdowns" auf Schiene sind, zeigte sich Rizzoli zuversichtlich. Das Land hatte Anfang November angekündigt, rund 200 PCR-Selbsttestboxen aufzustellen. Dies verzögerte sich aber aufgrund mangelnder Kapazitäten der Anbieter.

Impfung "das einzige, was hilft"

Wie schon so oft betonten Landeshauptmann Platter und Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) die Wichtigkeit der Impfung. "Das ist das einzige, was hilft", unterstrich Platter. In der vergangenen Woche wurden im Bundesland insgesamt über 88.000 Impfungen verabreicht und in den vergangenen zwei Wochen wurden tirolweit 16.700 Erstimpfungen durchgeführt.

"Beim ersten Stich läuft es leider zu langsam", kommentierte Leja. "Wir haben schon viel erreicht", fand Platter. Er sprach sich klar für Strafen im Zusammenhang mit der angekündigten Impfpflicht aus. In die Gespräche auf Bundesebene seien die Landeshauptleute noch nicht eingebunden.

Die türkis-grüne Bundesregierung hatte bereits am Wochenende einen Zeitplan für das Gesetz zur Corona-Impfpflicht skizziert. Der Entwurf soll demnach in der Woche vom 6. Dezember fertig sein. Nach einer Begutachtung von mindestens vier Wochen könnte das Gesetz dann - nach Beschluss von Nationalrat und Bundesrat - Anfang Februar in Kraft treten.

Quelle: Agenturen / hos